Short Review: The Invention Of Lying, Law Abiding Citizen

The Invention Of Lying

Inhalt: Wenn man der einzige ist, der lügen kann, bringt das gewisse Vorteile.

Bei Geschichten in alternativen Welten wird bestenfalls der Perspektivwechsel genutzt um Problematiken der “echten” Welt zu verhandeln. Das geschieht hier auch, funktioniert aber nur bedingt. Grund dafür ist natürlich einerseits die kaum ganzheitlich zu fassenden komplexen Folgen, die sich aus der Voraussetzung ergeben, andererseits - wie so oft - der allzu unausgegorene Romanzenanteil. Der Sachverhalt “Ich heirate lieber den Idioten, weil mir Äußerlichkeiten über alles gehen” ist ja nun auch für diese Alternativwelt nicht sonderlich originell. Der Unterschied besteht darin, dass dort jedermanns Charakterlosigkeit offenliegt. Nicht lügen können heißt hier nämlich auch: nichts verschweigen können und deshalb haut jeder jedem sofort alles ungefiltert und vollständig an den Kopp. Dergestalt distanzlose Umgangsformen allein tragen gagtechnisch nicht sehr weit, aber Comedyprofi Ricky Gervais gibt sich erwartbar keine Blöße und hat noch einiges an Ideen zu bieten. Am besten funktioniert natürlich die “Realitätsparodie”, wenn beispielweise ein ehrlicher Coke-Werbespot gezeigt wird, oder das Schild am Altersheim sagt: “A sad place for hopeless old people”. Großartig wird es, wenn der Protagonist qua Lügensfähigkeit zum Propheten wird, einen “man in the sky” erfindet und die Welt ihm jeden Blödfug abkauft. Fazit: Trotz Mängeln ist The Invention Of Lying witzig genug um eine Empfehlung auszusprechen, für Gervais-Freunde sowieso.

Wertung: 6,5 von 10 Gebotspizzaschachteln

Law Abiding Citizen

Inhalt: Unziviler Ungehorsam.

Ich bin mal wieder gespalten. Zunächst kommt hier jede Menge Freude auf: Das twistreiche build-up ist vorbildlich, Regisseur F. Gary Gray macht auch visuell alles richtig und dass ich Fan vom immer satt abliefernden Gerard Butler bin, dürfte mittlerweile durchgesickert sein. Mir ein Tränchen zerdrückend muss ich aber doch ein wenig motzen.

Erstes Problem des Films, freilich nicht ruinös, muss aber erwähnt werden: Jamie Foxx. Nordpolhafte Coolness ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, reicht aber in den wenigsten Fällen aus und geht hier fast nach hinten los. Mit Vergleichzwangsöl im Füller könnte man ihn schauspielkunstweise als den schwarzen Til Schweiger bezeichnen. (Minus die Coolness.) Umso triumphaler ist dagegen sein Antagonist: Während das Tüftelgenie sich comichaft zum regelrechten Supervillain entfaltet, lässt er good ol’ Charles Bronson wie einen stümpernden Butterschieber aussehen. Man erwischt sich immer wieder dabei, ihm beim Morden und Sengen zuzujubeln. Kommt ja nicht so oft vor. Aber da sind wir schon beim zweiten Problem des Films: Gegen Ende fallen ihm diesbezüglich die Klöten ab. Das klingt jetzt vielleicht drastischer als ich es eigentlich meine und man kann das auch anders sehen, aber ein unkonventioneller, fieserer Ausgang wäre womöglich passender gewesen. Mal die Logikschwächen außer Acht gelassen: Hier und da noch ein paar Anpassungen im Konzept und der Punisher hätte in Rente gehen können. So bleibt Law Abiding Citizen zwar positiv, aber auch als verpasste Gelegenheit im Gedächtnis.

Wertung: 7,5 von 10 von Clausewitz-clusterfucks

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