Archive for März, 2010

Lately Seen Bullshit: Percy Jackson & The Olympians: The Lightning Thief

Dienstag, März 30th, 2010

Oh, Chris Columbus, how the mighty have fallen. Gerade erst die Erinnerung an I Love You, Beth Cooper einigermaßen begraben, und jetzt diese Mythsploitation hier. Fantastisch. Ich liebe auch diese langen Filmtitel, die den Auftakt einer kompletten Film-Grumpfologie androhen. Versprechen diese Fantasy-Jugendbuchverfilmungen mit den langen Titeln nicht immer ein berauschendes Filmvergnügen? (Spoiler: Nö, tun sie nicht.)

Schon die ersten fünf Minuten sind reines Facepalm-Gold: Zeus - ja, DER Zeus- trifft sich auf dem Empire State Building mit Poseidon zu einer wichtigen Besprechung. Klar, why the fuck not? Zeus wird nafickitürlich gespielt von..wait for it..wait for it..Sean Bean! Splendid! Jener zickt nun rum, weil ihm jemand sein güldenes Phallussymbol, Verzeihung, seinen “Lightning Bolt” (1.21 gigawatts!) genickt hat, und der Hauptverdächtige ist, wieso beim knusprigen Höllenarsch auch immer, Poseidons Sohn: Percy Jackson. Ein mythologisches Detail, das relativ akkurat übernommen wurde: Diese griechischen Götter ferkeln nach wie vor äußerst gerne auf der Erde herum und zeugen verkorkste Halbgötter. Das Kondom, das Göttersamen aufhalten kann, muss also offensichtlich erst noch erfunden werden. Your move, Durex!

An der Stelle hatte ich naturgemäß schon mehrere Fragezeichen über’m Kopp. Wie konnte dem gar mächtigen divinen Obermotz überhaupt sein Elektrodildo so leicht abhanden kommen? Hat er das Ding an der Bushaltestelle vergessen? In der Herrensauna kurz mal die Augen zu gemacht und *woopsie*? Und wieso reden griechische Götter neuerdings mit englischem/schottischem Akzent? Bollocks! Weshalb haben diese snobby Jammerlappen ihre Aktivitäten nach Amerika verlagert? Wobei Aktivitäten wohl übertrieben ist, außer rumbitchen, grimmig kucken, Monopoly spielen und ein paar Wolken aufziehen zu lassen tun die Herrschaften wenig bis nichts. In your face, Ovid! Ich kann also nur vermuten: Griechenland wurde denen mit der Zeit zu provinziell, die weibliche Bevölkerung war irgendwann mehrfach durchgeorgelt und außerdem gab’s ständig Sodbrennen vom vielen Ouzo. Möglicherweise war es auch einfach nur naheliegend, denn der Architekt vom Empire State Building hielt es offenbar für angebracht, den Eingang zum Olymp ebenda mit einzubauen. Holy convenience, Batman!

Diese olympischen Weirdos sind übrigens auch nur halb so hell wie’n Päckchen Dunkel: Nicht nur wird Percy Jackson völlig grundlos beschuldigt, kurz darauf erfahren wir, dass der nicht einmal WEISS, dass er ein Halbgott ist oder dass so etwas überhaupt existiert. Kurz: Schon die Ausgangssituation ist so ziemlich das Abwegigste, was mir seit 1957 untergekommen ist. Alles, was nachfolgend passiert, ist grober Unfug, und ich will fast behaupten: da war der Plot von The Phantom Menace ja schlüssiger und der hatte schon mehr Löcher als ein bombardierter Golfplatz. Dass es drei unbegleitete Minderjährige in einem gestohlenen Fahrzeug ohne Nummernschild schaffen, ungestört von Las Vegas nach L.A. zu rasen, ist da noch das Geringste.

Joe Pantoliano, der ja immer erste Wahl ist, wenn Michael Ironside gerade nicht kann, spielt Percys tumben Stiefvater und in seiner ersten Szene wird gleich auf subtilstmögliche Weise klar gestellt, was der für einer ist. Seine erste Textzeile lautet und I shit you not:

“Woman! Where’s my beer?”

Das Tollste aber ist die Begründung, wieso Percys Mutter diesen feinen Charakter geehelicht hat. Percy muss als Sohn von Poseidon, weil der so eine große Nummer ist, mit Tarnmaßnahmen vor Entdeckung bewahrt werden. Get ready for “behämmertster Anlass für eine Vernunftehe EVER”:

“His pungent odor masked the smell of your blood.”

Ich präzisiere: Sein olfaktorisches Ungemach überdeckt also ausreichend den Geruch (?) von Percy Jacksons Blut, so dass der nicht gewittert werden kann von..Pardon, das wird nicht erwähnt. Dazu drei Fragen von: mir. Erstens: Gibt’s nicht auch stinkende heiratswillige Männer, die trotzdem nett sind? Zweitens: Hätte man womöglich alternativ die inhäusige Haltung eines Stinktiers in Erwägung ziehen sollen? Drittens: In welchem Universum ergibt dieser Tarnversuch auch nur den geringsten Sinn? Müsste man nicht wenigstens den ganzen Tag dem Stinkstiefel auf dem Rücken kleben, damit das ansatzweise funktioniert? Der eigentliche Witz dabei aber ist: Letztlich funktioniert es ja nicht mal IM FILM! 17 Jahre Ehe mit einem miefenden Mistpfützenkrebs - für absolut nix! (Note to self: Mal wieder mittags fernsehen, kucken, was Naddel so macht.) Auch tolles Rollenverständnis: Hausfrau- und Halbgottmuttersein als alleiniger Daseinszweck - und natürlich, mangels guten Plots: gerettet werden müssen. I fucked a god and all I got was this lousy T-Shirt life.

Der Irrsinn reißt nicht ab. Lame-O McSidekick hier ist ein Satyr, was eigentlich nur bedeutet, dass er rumpfunterhalb eine Ziege ist, und in Gänze komplett nutzlos. Passt: Ich erinnere mich noch bestens, wie ich diese tuffigen Bastarde damals in Heroes Of Might & Magic-Schlachten ob ihrer Unbrauchbarkeit stets lustvoll an der Front verheizt habe. Dieser hier opfert sich später in der Hölle pflichtgemäß für den Helden und bleibt freiwillig ein Weilchen im gemütlichen Hades-Loft zurück, wo er dann von Rosario Dawson fein sexuell belästigt wird. Sekunde mal..inwiefern ist das ein Nachteil?! Hingegen völlig einleuchtend: Der Eingang zum Hades befindet sich direkt neben dem Hollywood Sign, was ja auch gleich auf 58 Arten brillant ist. Oh Glanz und Zauber der ewig geheuchelten Hollywood-Selbstironie!

Nachdenkliche Abschlussfrage: Wird so ein Skript nicht auch mal gegengelesen? Sagt da nicht mal einer: “Öhm, Jungs? Das hier scheint mir aber doch ein wenig weit hergeholt und so, und warum kämpfen die erst minutenlang gegen diese Hydra und versteinern sie DANN erst mit dem Medusenkopf, wenn sie das auch direkt hätten tun können?” Ich freue mich jedenfalls schon auf das Sequel, in dem die Töchter der Aphrodite ihre eigene Porno-Produktionsfirma gründen (’Demigods gone wild!’), der Papst von Polytheisten gelyncht wird und Poseidon sich für die ganzen Tsunamis und so vor dem internationalen Gerichtshof verantworten muss. Jedenfalls, wenn ich das Skript schreiben darf.

Short Review: Fantastic Mr. Fox, Edge Of Darkness

Montag, März 29th, 2010

Fantastic Mr. Fox

Holy Cuss! Regisseur Wes Anderson, der sich bei mir schon mit The Darjeeling Limited äußerst beliebt gemacht hat, beglückt die Menschheit mit dieser bravourösen Roald Dahl-Adaption. Die eigentlich längst obsolete Stop-Motion-Technik erzeugt in Verbindung mit zeitgenössischen Standards eine passende, bunte, originelle, sehr liebevoll ausgearbeitete Optik. Stellenweise wirkt das Geschehen fast schon zu schnell, keins der zahlreichen Details möchte hier übersehen werden. Man kann das gar nicht genug loben, vor allem angesichts der Tatsache, was für ein Riesenhaufen mühevolle Kleinstarbeit diese Art der Animation erfordert. Es hat sich aber vollends gelohnt: Die eigenwillige Ausführung gibt der hintergründigen, schwarzhumorigen Geschichte den richtigen Look & Feel. George Clooneys Stimme ist wie geschaffen für den charmant-lässigen, doch tollpatschigen Mr. Fox und als Voice Actor ist er ohnehin hervorragend. Auch der Rest ist visuell und inhaltlich makellos und muss sich vor keiner Pixar-Produktion verstecken. Betrachten Sie sich von mir ferngeknuddelt, Mr. Anderson.

Wertung: 9 von 10 bandit hats (40% off)

Edge Of Darkness

Dieser Film ist schlicht überflüssig. Seine fehlende Originalität wäre ja noch nicht so  schlimm, aber Edge Of Darkness versagt auch als klassischer “Man vs. World”-Reißer. Mel Gibson ist hier so souverän wie eben immer in dieser Art Film, aber der großartige Ray Winstone ist als Nebenfigur schändlich verschwendet. Seine kühle Undurchsichtigkeit ist natürlich auch Absicht, schließlich haben wir es hier mit korrupter Politik, mörderischen Ränken und skrupellosen Businesstypen zu tun. Was er innerhalb der Vertuschungsverschwörung für eine Rolle spielt, bleibt rätselhaft, was letztendlich ein Griff ins Klo ist, besonders wenn man das Ende betrachtet. Der ol’ british Bulldog ist hier kein Charakter, sondern nur Plot Device, genau wie Tochter des Protagonisten, die zu Anfang handlungsauslösend vom bösen Konzern gemeuchelt wird. Das hält den Film aber nicht davon ab, Zeit mit unnötigen Tote-Tochter-Flashbacks zu verschwenden. Mel Gibson ist ein gebrochener Mann, wir kapieren’s ja. Entweder macht man die Olle zum Charakter oder lässt es ganz bleiben. Sie ständig als Hauptcharakter-Motivierungshalluzination auftauchen zu lassen ist einfach nur sinnlos und nervt. Das, nebst vieler weiterer überflüssiger Szenen, schafft Langeweile und Verwirrung und ist symptomatisch für die allgemeine Orientierungslosigkeit des Films.

Wertung: 5,5 von 10

Short Review: Where The Wild Things Are, The Informant!

Freitag, März 26th, 2010

Where The Wild Things Are

That night, a forest grew..ja, nun, nicht ganz. Auch sonst geht Spike Jonze eher locker mit Maurice Sendaks berühmter Vorlage um, was wohl auch der einzig sinnvolle Weg ist, den Stoff zu verfilmen. Ich muss vorweg schicken, dass mich das Ergebnis nicht in dem Maße berührt hat wie vermutlich viele andere Rezipienten. Ich kann das rational gar nicht so recht begründen und das bedeutet natürlich nicht, dass der Film misslungen wäre. Im Gegenteil: Die visuelle Umsetzung ist perfekt und Jonze ist nicht umsonst von Sendak persönlich für die Verfilmung ausgewählt worden. Der Mann ist schließlich auch der einzige, der erfolgreich den Kopf von John Malkovich verfilmen kann. Es könnte also kaum schlüssiger sein, dass er auch die Traumwelt eines kleinen Jungen, des außerrandundbanden Max, treffend in Szene setzt. Denn darum handelt es sich hier schließlich: Nicht einfach um einen Kinderfilm, sondern gleich die imaginative Gedankensphäre eines Kindes, kompromisslose Figurenperspektive. Dementsprechend gibt es auch nichts, was man bedenkenlos als Plot bezeichnen könnte, Where The Wild Things Are ist vielmehr ein filmgewordener, symbolisch aufgeladener Spielplatz. Die - übrigens exzellent designten - Wild Things sind Ausprägungen von Maxens Charakter und was in seinem wilden Königreich geschieht, dreht sich um seine impulsiven Ideen und verhandelt impressiv verschiedenste Emotionen und grundsätzlich all die Dinge, mit denen die Realwelt ein Kind nun mal konfrontiert.

Unbedingt noch positiv zu erwähnen: Die Musik von Karen O. (von meinen geliebten Yeah Yeah Yeahs) fügt sich überaus sanft und stimmig ins Geschehen ein. Inwiefern und wie sehr man letztendlich mit dem Film connecten kann, hängt zwangsläufig vom individuellen Betrachter ab. In jedem Fall muss bejubelt werden, dass Spike Jonze nach harten Kämpfen diese doch sehr teure Produktion vor Einmischungen bewahren konnte. Meinen größten Respekt für einen der letzten von Format.

Wertung: 8 von 10 Abrissarbeiten

The Informant!

Ich bin hin- und hergerissen. Steven Soderbergh weiß genau, was er tut und geht mittels unzuverlässiger Erzählweise bewusst einige Risiken ein. Auch wenn er dabei nicht versagt: zur absoluten Brillanz fehlt leider etwas. Die Erzählperspektive schlägt einige Haken, was auf der einen Seite erfrischend und interessant ist, andererseits wird der Zuschauer konsequent auf Distanz gehalten, vor allem was die Hauptfigur angeht. Trotz begleitendem Off-Kommentar von Matt Damons Charakter wird man von ihm ständig belogen, ausgetrickst und über den Tisch gezogen - ebenso wie die die anderen Personen und auch er selbst in dieser tricky Geschichte. Darin liegt dann auch deren Komik, aber es muss in Kauf genommen werden, dass Empathie für und Einsicht in den Protagonisten weitgehend verhindert werden. Ich freue mich dennoch über die Herangehensweise, denn kreative Wagnisse sind immer zu begrüßen, außerdem ist Damon inmitten dieser Farce absolut exzellent.

Wertung: 7 von 10 oder waren’s 11?

..so what exactly is a ‘bonus stage’?

Montag, März 22nd, 2010

The Kristen Stewart Acting Method

Freitag, März 19th, 2010

Was ich dem noch hinzuzufügen habe, folgt in Kürze.