Short Review: Funny People, Saw 6
Samstag, November 28th, 2009
Inhalt: Alternder, erfolgreicher Lustigmann muss sich mit tödlicher Krankheit und seiner Einsamkeit auseinandersetzen und engagiert sich dazu einen Sidekick.
Judd Apatow kann man mittlerweile als zuverlässigen Lieferanten für bessere Comedy mit Substanz bezeichnen, zumindest bei dem Stoff, den er dann auch selbst verfilmt. Als Autor ist er aber auch für knapp erträgliche Albernheiten wie You Don’t Mess With The Zohan verantwortlich. Funny People bezeichnete er kürzlich als den Abschluss eines Zyklus, in dem er die Themen Sex (The 40 Year Old Virgin), Ehe/Fortpflanzung (Knocked Up) und schließlich Tod behandelt. Für alle drei Filme gilt: sehr lustig, aber ernste Thematik als Grundlage. Während aber die beiden ersteren noch einer eher klassischen Dramaturgie folgen, fällt Funny People in mehreren Belangen aus der Reihe.
Zunächst fällt auf, dass er für eine Komödie eine extrem lange Laufzeit hat, viele werden sagen: eine zu lange. Ich sehe diese Gemächlichkeit aber als Gewinn. Ein Wahnsinnstempo wie in The Hangover darf man also nicht erwarten, dafür entschädigen die Dialoge, fantastische Cameos (so oft “as himself” in den End Credits hat man schon lange nicht mehr gelesen), schöne Details und viele Seitenhiebe auf die Komikindustrie. Man beachte vor allem die eingestreuten Szenen aus beknackten Filmen, die der Protagonist fabriziert hat und was in seinem Haus so alles herumhängt. Kleines Manko: Die Länge des Films macht weder Adam Sandler zu einem besseren Schauspieler, noch seine Figur tatsächlich ausgefeilt. Macht nichts, denn eigentlich spielen hier ohnehin alle zum Großteil sich selbst: Menschen, deren Berufung der Jokus ist, funny people eben.
Humor is just another defense against the universe, hat, glaube ich, Mel Brooks mal gesagt, und genau das ist das Leitmotiv von Apatows Drittling: Die komischsten Momente sind immer diejenigen, die es eigentlich nicht sein dürften. Themen wie Tod, Melancholie und Vergänglichkeit schweben im Raum herum (man verzeihe mir leicht schiefe Bilder, für mich ist auch schon die siebte Stunde, Kinder), begegnet wird ihnen mit der Allzweckwaffe Humor. Traurigkeit und Ängste werden nicht negiert oder verlächerlicht, sondern mit Witz umarmt und der Schrecken somit erträglich. Ich für meinen Teil kann das in hohem Maß nachvollziehen.
Wertung: 8 von 10 nihilistische Eminems

Gratulation, wer hier noch voll durchblickt: Nummer 6 ist auch nicht signifikant besser oder schlechter als die vorigen, verworrener wird es ja automatisch. Jigsaw ist seit drei Filmen tot, spielt aber nach wie vor munter mit, dank haufenweise neuer Rückwendungen. Die gestiftete Verwirrung gehört vermutlich zum Konzept, kein Grund auszurasten. Man sollte die Reihe auch eher als jährlich wiederkehrendes, ulkiges Brauchtum betrachten. Deshalb laber ich auch nicht viel und klaue lieber eine sehr treffende Grafik von cracked:
Wertung: 6 von 10 Heilschlachtungen




