I Love You, Beth Cooper

Inhalt: Geeky McHighschoolnerd liebt seit “immer schon”™ Slutty McCheerleaderbimbo und tut dies peinlicherweise vor versammeltem Jahrgang auf der Abschlussfeier kund. Nebenbei outet er noch einige Mitschüler als die Stereotypen, die sie sind (und wird dafür völlig zu recht vermöbelt).
Die zugrunde liegende Idee hat schon Potential, man hätte allerdings ausgetretene Pfade verlassen und Ideen sowie Mut mitbringen müssen. Die Eingangssequenz zeigt aber schon wohin die Reise geht: Strichmännchen-Figuren, Uralt-Situationsunkomik und affige Albernheiten, eine uninspirierte, teils verlogene Nummernrevue, vermischt mit einem drübergeklatschten, völlig unausgegorenem Romanzenbrei.
Die Darsteller liefern angemessene Routine. Paul Rust ist 28, sieht aus wie 35 und spielt einen Siebzehn-/Achtzehnjährigen. Mittlerweile ist das allerdings gängige Praxis, weshalb darauf nicht weiter eingegangen werden muss. Ob Hayden Panettiere möglicherweise doch noch was anderes als eine Cheerleaderin verkörpern kann, wissen wir auch nach dieser Performance nicht. I fuckin’ doubt it.
Grundsätzlich ernstzunehmende Themen wie Essstörungen und Coming Out werden sicherheitshalber ins Lächerliche gezogen und jeglichem Tiefgang feige ausgewichen. Gut, man kann ja ruhig zur Gänze auf Lustich Huhaha setzen, so weit noch nicht verwerflich. Dann sollte man das aber auch durchziehen und vor allem sollte das Gezeigte bei Arschkrampfs unheiligem Namen auch wirklich witzig sein! Autor Larry Doyle mag früher für Beavis & Butthead und The Simpsons geschrieben haben, aber hier kommt er über eine Hand voll Chuckles und massenhaft ärgerlich dumpfe Kalauer nicht hinaus. Regisseur Chris Columbus und ein überdurchschnittlicher Soundtrack können da auch wenig bis nichts mehr retten. Fazit: Lieber noch mal Some Kind Of Wonderful ansehen.
Wertung: 3 von 10 Spider-Man Underpants
Orphan

Inhalt: Traumatisiertes Paar adoptiert Waisenkind, aber Klein-Esther ist viel zu gut, um wahr zu sein. Weird shit happening.
Positive Überraschung: Bei Orphan handelt es sich um einen klassisch gestrickten Schocker, der dem erfahrenen Rezipienten zwar nichts grundlegend Neues bietet, aber das vorhandene Material effektvoll und detailverliebt umsetzt. Statt eilig die Wegpunkte abzumarschieren, nimmt sich der Film ausreichend Zeit, seine Figuren überzeugend zu präsentieren und die schwächelnde Idylle genüsslich zu zerpflücken. Die Spannung steigt langsam aber konstant und das Ende kommt dann umso bitterer. Weiterhin hervorhebenswert: Zur Abwechslung finden sich hier mal fähige Darsteller, besonders die grandiose Isabelle Furhman zeigt wahrlich eine erschreckend gute Leistung. Ich will Mumpitz heißen, wenn wir von der nicht noch hören werden.
Wertung: 7 von 10 Schwarzlichtkunstwerke