Oft (read: nie) werde ich gefragt: Bob, warum bist’n immer so negativ? Schreib doch mal was Erfreuliches. Also gut, ab jetzt wird alles verwurstet, was mir unter die Augenringe kommt. Ich hab ja Zeit, das ist das tolle am Sozialleichendasein.
Star Trek

Inhalt: Angepisste Romulaner kommen per Wurmloch aus der Zukunft, randalieren übelst, töten dabei James T. Kirks Vater, pulverisieren Vulcan und schaffen so eine parallele Realität, in der die Geschichte von Spock, Kirk und der restlichen Crew neu geschrieben werden kann.
Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wann ich mich zuletzt dermaßen über einen Blockbuster gefreut habe. Ich bin alles andere als ein Trekkie, kenne mich aber ausreichend im Trek-Universum aus um zu wissen, dass es wohl keine andere Franchise gibt, die einen zeitgemäßen Reboot derart nötig, aber auch verdient hat. Die letzten Star Trek-Filme waren alle scheiße (außer vielleicht noch First Contact) und die älteren “angestaubt” zu nennen, wäre euphemistisch.
Regisseur J.J. Abrams (Lost) erweist sich hier als genau der richtige Mann und schafft das Kunststück, alte Fans und unbelastetes Publikum gleichermaßen zu befriedigen. Bei dem Riesenhaufen an Problematik, der sich daraus ergibt, nicht zu scheitern, ist durchaus eine Leistung. Um frisch ansetzen zu können, ohne mit der ursprünglichen Reihe in Konflikt zu geraten, ist der Parallele-Welten-Kniff so simpel und trekkonform wie perfekt: Die bekannten Charaktere der ursprünglichen Crew sind alle noch da, aber trotzdem nicht die alten, die neue Besetzung kann die Charaktere neu beleben. Was sie auch tun: Chris Pine ist ein unverbrauchtes Gesicht und als junger, doch alternativer Kirk perfekt. Ebenso Zachary Quinto (Heroes), bei dem ich zunächst Zweifel hatte, der sich aber als Spock-Idealbesetzung herausstellt. Und Simon Pegg als Chefbeamer Montgomery Scott zu casten will ich mal kühn als Geniestreich bezeichnen.
Diese gelungene Reanimation eines verwesenden Stücks Populärkultur macht alles richtig: Das Tempo bleibt durchgehend im oberen Grenzbereich, der Humor ist wohldosiert und wirksam (hier z.B. auch toll: Chekov vs Bordcomputer). Den Charakteren wird exakt so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie es für den Start einer neuen Reihe nötig ist, ohne auf die Bremse treten zu müssen. Es wird sich weder in hohler Tragik noch in überflüssigen Subplots verheddert; der Cast ist makellos (inkl. Leonard Nimoy-Gastauftritt) und für die Entscheidung, Kirk in diesem Film ein love interest zu verweigern, möchte ich den Verantwortlichen am liebsten noch mal persönlich den Rocksaum küssen. Von Abrams lernen, heißt siegen lernen (I’m pointing at you, Michael Bay) : Er verkauft seine Zuschauer nicht für blöd und sich als den geilsten, dem man jeglichen Schwachsinn durchgehen lässt, sondern zeigt, wie Science Fiction-Unterhaltung im Jahre 2009 sein kann, wenn man nicht nur auf volle Kassen schielt und sich auf seinen Effekten ausruht.
Wertung: 9 von 10 ‘Red Matter’-Tropfen
Monsters vs Aliens

Inhalt: Der Titel sagt eigentlich schon alles: Eine vom Militär unter Verschluss gehaltene Bande Superfreaks kloppt sich zwecks Weltrettung mit Alien-Invasoren.
Man bekommt hier genau das was man erwartet: Kurzweilige, flotte Animationskeilerei plus Standard-Message, die aber nicht stört. Für den nötigen Humor sorgen die üblichen Anspielungen und launige Genreparodistik, hier speziell auf Science Fiction-Krams gemünzt. Genial: Hugh Laurie als Kakerlaken-Mad Scientist und Seth Rogen als hirnlose Gallertmasse B.O.B. Ich verbürge mich natürlich nur für die Originalversion, wer hier deutsch synchronisiert kuckt, ist selber schuld.
Wertung: 7 von 10 Missing Links