Archive for Februar, 2009

Uri und seine Freakgesellen 2009 (Folge 7)

Donnerstag, Februar 26th, 2009

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Ich hänge mal wieder mit dem Sendungsbericht hinterher, was zwei Gründe hat: Erstens bereitet mir das Ansehen dieses Schrotts mittlerweile schon körperliche Schmerzen, zusätzlich zu den noch gar nicht in vollem Ausmaß zu ermessenden geistigen Langzeitschäden. Gestern bin ich dann auf dem Rückweg von der Methadonklinik in der Milchbar versackt und weiß ab da nichts mehr. Wurde heute mittag unter einer Eiche liegend mittelsanft von einem Waldtier geweckt. Die Sendung von Dienstag ist von meinem Blackout leider nicht betroffen. Viel gibt’s darüber aber eh nicht zu sagen und aufgrund meiner zunehmenden Zermürbung will ich das auch gar nicht.

  • Wir befinden uns offensichtlich im so genannten Halbfinale. Nächste Woche also Ende des Martyriums? Mit was zerbrösel ich mir danach den letzten Rest Lebenswillen? Mal sehen.
  • Als Expertenteam dabei: Ein Triumvirat, zusammengestellt ausschließlich aus Moderationsgülle aus dem TV-Endlager. Johanna Klum, Aleksandra Bechtel und Christian Clerici. Wer alle drei Namen auf Anhieb zuordnen kann, darf sich in einen Waschlappen freuen und sich diesen anschließend ans Knie nageln. Sie lassen uns naürlich gleich wissen, dass sie ja schon skeptisch sind und so aber für die Kohle halt auch ihre Oma verkaufen würden und deshalb Pi heute mal nur drei Stellen hat.
  • Uri Geller, den ich ab sofort wegen schwerer Verbrechen gegen die Vernunft nur noch Arschwedel McDumpfheimer nennen möchte, will schon wieder ins Jenseits telefonieren. Da scheiß doch die Wand an.
  • Jan Becker langweilt mit dem üblichen Kram, schreibt heute für Bechtel ein psychopathisches “Gedicht”, - mentalistenstyle - das sie anschließend mit nach Hause nehmen und sich über’s Klo hängen darf. Laaaangweilig.
  • Horeth bringt schon wieder olle Kamellen von letztes Jahr. Er hat in einem echt voll gut verriegelten Safe Informationen deponiert, die er natürlich wieder mentalistenderweise VOR der Nummer niederschrub. Nicht.
  • Zeit für den Pausenclown. Arschwedel McDumpfheimers Unverschämtheiten nehmen kein Ende. Er lässt ein Glöckchen klingeln. Fertig.
  • Die Regentschaft der Schnarchigkeit featuring billige Tricks setzt sich fort mit Jan Rouven. Heute wird er nicht mit Benzin übergossen. Sonst auch nichts. Das dauert sehr lange, dann werden noch drei präparierte Vogelscheuchen abgefackelt und Rouven tut so, als hätte er gerade tierisch was gerissen. Deshalb kommt er auch ins Finale. Nicht.
  • Letzte Hoffnung ist mal wieder Lupo, der auch diesmal seltsame, kaum nacherzählbare Dinge tut. Erst schickt er Bechtel in die Kulisse, ein kleines Blechauto besorgen, während er auf einer Liege rumchillt. Dann fängt er an, unter jede Menge Psychogelaber, in einer Schüssel mit Ton oder sowas rumzukneten, wobei letztlich eine Art Schildkröte herauskommt, die besagtes Spielzeugauto darstellen soll. Macht nix, Lupo, ich hab damals im Kunstunterricht auch versagt. Für’s Finale dann aber wieder was mit Dämonen und so, ne?

Fazit: Diese Sendung ist scheiße..ach nö, das hatten wir ja schon. Na dann: Geh weider.

Uri und seine Freakgesellen 2009 (Folge 6)

Mittwoch, Februar 18th, 2009

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Willkommen zur Dienstagskasteiung! Die Hälfte ist geschafft. Ich lebe noch, habe mir noch keine Gliedmaßen abgekaut, finde immer noch relativ zügig die Haustür, wenn ich zur Trinkhalle muss. Verhaltensstörungen noch halbwegs erträglich. Schreie in unregelmäßigen Abständen Passanten an. Bin ansonsten stabil und guter Dinge, das hier zu überleben. Los geht’s:

  • Ein Blick auf die Deppencouch: Allround-Untalent Oliver Petszokat, die gescheiterte Sängerin Vanessa Petruo (No Angels, die älteren werden sich erinnern) und, ach du Scheiße, frisch aus der Dschungel-Resterampe: Lorenzo Lorielle London, von Beruf..öööh..nix? Sichbeimoperierenfilmenlasserin? Hässlichste Lebend-Barbie der Welt? Keine Ahnung. RTL scheint jedenfalls für seinen Dschungelschwund keine Verwendung mehr zu haben und diesen jetzt bei Pro7 in der C-Promi-Klappe abzugeben (wieso auch nicht?).
  • Petruo will bei ihr zu Hause einen Geist wohnen haben, den sie CASPER getauft hat. Ab wann kann man Menschen eigentlich zwangseinweisen lassen?
  • Oli kann sich die Tricks aus der Sendung der ersten Staffel, in der er zugegen war, immer noch nicht erklären. Damit ist eigentlich alles zum Thema Informationsgesellschaft gesagt.
  • Erster Auftritt: Der Pilatestrainer von Pocahontas ist wohl wegen letzter Woche noch sauer auf die Schattenwelt. Heute gibt’s jedenfalls keine Schatten, dafür viel überflüssiges Feuerrumgefuchtel und ein simpler Forciertrick mit Symbol-Steinen. Lahm. Daher auch Rauswurf am Ende. Schade eigentlich.
  • Manuel Horeth nehme ich den Revolverheld-Auftritt von letzter Woche immer noch übel. Man muss aber seine Fingerfertigkeit und die durchdachten Auftritte (inklusive Pre Show Work mit den C-Prominenten) nach wie vor anerkennen. Heute ist er zwar etwas schwächer, ragt aber aus dem ganzen Mentalistenpack immer noch heraus. Er “entlockt” Petruo ihre Spinnenphobie und zaubert aus einer Trickkiste einen Hotelzimmerschlüssel hervor. Gab’s in der ersten Staffel so ähnlich schon mal. Genaueres wie immer hier.
  • Jan Becker setzt heute auf Pseudo Psychometry und arbeitet sich an diversen Glücksbringern ab. Er nutzt wie üblich Cold Reading und den Barnum-Effekt. Das klappt mal besser, mal schlechter; ist insgesamt eher langatmig, aber für diese Sendung ganz ordentlich und ausreichend, um den Pöbel zum Toben zu bringen.
  • Geller ist mit seinem Halbzeit-Müll dran und der Mann überrascht wieder einmal mit seiner Unverfrorenheit. Man solle beliebige Gegenstände mit den Händen so fest wie möglich zusammendrücken. Nachdem er einige Zeit Schwachsinn gelabert hat, sollen sich die Gegenstände angeblich gegenseitig anziehen und tädää: Beim Loslösen der Gegenstände wollen sich die Arme wieder aufeinander zu bewegen. Jawoll Pro7: Ist das Image erst mal ruiniert, kann man auch ein simples physisches Phänomen als Mentalismus verkaufen und sich darauf verlassen, dass die Hirnlosen der Nation ihre Filmchen bei der geilen Blonden mit den hochgezerrten Titten einschicken. Für nächste Woche benötigen wir dann lediglich Salz, Wasser und einen Eimer.
  • Jan Rouven ist dran und versucht sich am Nageltrick, nur mit Messer statt Nagel. Nachdem Gehilfe Oli die Zylinder bereits vertauscht hat, muss Rouven natürlich noch mal nachmischen. Eine unheimliche mentalistische Leistung, dabei denjenigen herauszufinden, der schwerer als die anderen ist
  • Auf Lupo ist auch kein Verlass mehr. Er verspricht, heute nix mit Satan und so zu machen und auch niemandem Angst einjagen zu wollen. Schlechte Aussichten also. Tatsächlich wird’s sehr schnarchig: Er hat eine Trick-Kristallkugel dabei, in der das Promipack irgendwas sieht. Das war’s eigentlich, aber Lupo veranstaltet am Ende noch sentimentalen Seelenverwandtschaftsschmus mit Lorielle. Schwere Kindheit und so. Sie ist aber hinterher begeistert und vergisst vor lauter Aufregung sogar, mit hoher Stimme zu reden.

Fazit: Leichte Anflüge von Niveau wie immer verpufft. Betroffenheitsmentalismus bei Lupo, Raven nach wie vor nicht antrittsfähig, Geller wird nächste Woche vermutlich Luftballontiere knoten. Die Karawane zieht weiter.



Uri und seine Freakgesellen 2009 (Folge 5)

Freitag, Februar 13th, 2009

Dienstag, 10. Februar: Heute planmäßig aufgewacht. Wie immer kurz mit dem Gedanken gespielt, einfach liegen zu bleiben bis der Tod mich endlich holen kommt. Musste aber schiffen. Aufgestanden. Am Bauch gekratzt. Hygienemaßnahmen. Frühstück. Zwei Aufgüsse Spice und fünf Underberg. Anschließend Arsch weggefreut, da mein eigenes Live-Experiment funktioniert hat. 80 Liegestütze gemacht. Schäubles Webseite gehackt. Prosecco warm gestellt. Beta Blocker und diverse Antidepressiva genommen. Eulenkostüm angezogen. Auf meinem Damenrad zur Tanke gefahren, Chips geklaut. Wieder daheim. Kopf mit Alufolie umwickelt, mentaler Schutz vor Geller- und/oder Alieneinfluss. Stück abgebissen. Nicht schlecht. Hingesetzt, Fernseher eingeschaltet. Hose und Flasche Bier aufgemacht. Scheiße, Sendung geht los.

  • Aha, heute also alle noch übrig gebliebenen Vögel in einer Sendung vereint, PLUS neuer Schmarrn von Geller. Suizidwaffe auf Stand-By.
  • Heute als Gehilfen engagiert: das joviale Sanges-Suppenhuhn Joy Fleming, Schauspieler Ingo irgendwas und - argh! - Dschungelbratze Giulia Siegel.
  • Ohnmachtsanfall erfolgreich bekämpft. Als Erster kommt Jan Becker. Gut, der ist wenigstens noch halbwegs erträglich. Scheucht Siegel durch die Gegend und lässt sie ein Foto am Körper eines Studiozuschauers “verstecken”, das er dann mit purer Herzpower wiederfindet. Souveräne untere Mittelklasse, wie immer.
  • Jan Rouvens Auftritt gerät zum dümmlichen Schmierentheater: Eigentlich wollte er, kopfüber an brennenden “Seilen” hängend über spitzen Metallgegenständen..ääh..rumhängen, aber dann folgendes: Clip ansehen bei Pro7
  • Entweder hat hier ein Assi Mist gebaut, oder Pro7 meint, die Quoten mit kalkulierten “Skandalen” noch mal retten zu können. In jedem Fall peinlich.
  • Daniel und Gabriel machen zum dritten Mal den gleichen Trick. Diesmal mit Klamotten und Uhren und Zwillingen. Zur Strafe werden sie rausgewählt.
  • Das alles war Hochglanzunterhaltung im Vergleich zu dem erschreckend hirnrissigen Bull, der jetzt kommt. Geller mal wieder. Nach der Kompassnummer dachte ich: Gut, jetzt hat der sein Pulver endgültig verschossen, die tiefste Schlucht der Dreistigkeit ist erreicht. Weit gefehlt. Uri kann mühelos unterkellern: Er will mal wieder “Gedankenwellen” ins Wohnzimmer übermitteln. Das geht ganz einfach. Kann ich auch: Denkt mal jetzt alle an eine europäische Hauptstadt mit einem sehr bekannten, sehr großen Bauwerk. Jetzt malt das Gebäude auf. Richtig. Genau das war auch die Lösung bei Uri. Faszinierend, diese Gedankenkraft. Auch ohne Einbeziehung des verblödeten Geller-Publikums eine sichere Sache. Natürlich ruft man wieder zu Zuschauereinsendungen auf. Oje.
  • Wer nach Geller kommt, hat wie immer einen dicken Vorteil. Manuel Horeth ist außerdem von allen Teilnehmern noch am geschicktesten was seine Methoden anbelangt. Nach dieser Nummer ist er allerdings bei mir unten durch. Behauptung: Er will Gedanken in Musik verwandeln. Huch. Das schaffen sonst nur aktuelle Literatur-Rezensenten im Feuilleton. Er lässt mal wieder scheinbar willkürlich auswählen, diesmal aus CD-Regalen, und tut so, als hätte er gedankenmanipulativ eingegriffen. Ergebnis des ganzen Vorgangs: Die wohl drittbeschissenste Band der Welt, Revolverheld, die dann überflüssigerweise auch noch im Studio eins ihrer Lieder SPIELEN. Was soll ich sagen. Ich hab gekotzt.
  • Hinterher freue ich mich naturgemäß auf neue Schattenspiele mit dem Pilatestrainer von Pocahontas. Er lässt vier Personen aus einem kleinen Waffenarsenal wählen, Bogen, Speer, Dolch, etc. , und in Kabinen treten, die Waffen vor sich haltend, so dass man von vorne nur eine Silhouette der jeweiligen Helfer erkennt. Hier hat wohl der Beleuchter versagt, oder in der Schattenwelt war gerade Wochenende. Der Pilatestrainer von Pocahontas sieht jedenfalls nicht viel mehr als der Zuschauer sieht und muss daher raten. Immerhin hat er zwei von vier Waffen richtig. Gut, das ist dann schon die zweite Nummer für heute, die ich auch ohne Gelaber und Scheißklamotten mit ähnlichem Ergebnis hinbekommen hätte. Absicht war’s wohl nicht. Der Gesichtsausdruck vom Pilatestrainer von Pocahontas ist jedenfalls eine Mischung aus ??? und Schattenwelt du Sau.
  • Als Höhepunkt kommt Lupo, der eine Trickurne dabei hat und dann irgendwie farbige Zettel an der Farbe erkennt oder so. Ist auch egal, das Tolle bei Lupo ist ja immer das pseudoschaurige Drumherum. Heute rastet er mal so richtig aus und beschließt seinen Auftritt, indem er vier Höllenfürsten beschwört (laut) und dann einen kleinen Pyrotrick macht. Siegel kriegt Angst und wird dann vermutlich nach der Sendung eine längere Konversation mit ihren Schutzengeln geführt haben.

  • Die Sendung hatte freilich noch ein Nachspiel. Einer der Höllenfürsten hatte wohl mal behauptet, dass es die DDR nie gegeben habe. Der Dachverband ostdeutscher Kegelclubs, von einem Spiegel Online-Praktikanten informiert, bekundete daraufhin seine äußerstmöglichste, höchstgradigste Empörung mit Sternchen über Lupos Beschwörung und drohte damit, so lange die Luft anzuhalten, bis Lupo sich öffentlich vom Höllenfürst distanziert. Der Zentralrat der Satanisten versuchte zu beschwichtigen und forderte die Politik zum Handeln auf. Kanzlerin Merkel rief schließlich entnervt in der Hölle an, dort war aber besetzt. Der Höllenfürst zeigte sich uneinsichtig und sagte, er wolle zunächst die historischen Fakten prüfen. Die BILD am Sonntag verkündete, eine Stellungnahme von Luzifer erhalten zu haben. Der behauptete, von nichts gewusst zu haben, außerdem sei es heutzutage schwer, guten Höllenadel zu finden, er sei ohnehin auch wieder mal falsch informiert gewesen. Die infernalischen Fakten müssten noch mal überprüft werden. Die aufgrund der Ereignisse in die Diskussion geratene Diablo-Bruderschaft wird ab sofort vom Verfassungsschutz beobachtet. Nächste Woche erscheint im Springer-Verlag das neue “Volks-Nekronomicon”, geschrieben in altem Menstruationsblut von Friede Springer und gebunden in feinstes Froschleder, mit Buntstift-Illustrationen von Franz-Josef Wagner und der Tochter von Günter Grass.
  • Bei Pro7 hat man von alledem nichts mitbekommen. Man wertet dort immer noch Zeichnungen vom Eifelturm aus.

Fazit: Diese Sendung ist scheiße. Diese Sendung ist so scheiße, dass mir die Synonyme für Scheiße ausgehen. Wenn Scheiße scheißen könnte und ihre Scheiße sich dann zweiteilen und inzestuös fortpflanzen könnte, wäre das Produkt davon immer noch nicht so scheiße wie diese grausame Vortäuschung einer Fernsehsendung. Aber den Rest schaff ich jetzt auch noch.

Screenshots: Pro7

Uri und seine Freakgesellen 2009 (Folge 4)

Donnerstag, Februar 5th, 2009

Heute bin ich besser vorbereitet. Hab nachmittags im Park ein paar Rentner verkloppt und mir zur Sicherheit eine stärkende Mixtur aus Klosterfrau, Sauerampfer, Doppelherz und gemahlenen Yakhufen gebraut, die mir über die Sendung helfen wird. Bring it, Uri.

  • Heutige Halbprominenz: Pro7-Sangesmaterial in Form von Queensberry-Mitglied Leonore B., Schauspielerinnenimitatorin Eva Habermann und Sky du Mont.
  • Mal auf die rote Liste sehen..nö, außer FDP-Mitgliedschaft bei Herrn du Mont habe ich nichts Gravierendes vorzubringen. Das heißt, bis die drei dann den Mund aufmachen.
  • Rhetorikgenie Gödde versteht es, den Menschen immer wieder ihre dümmstmöglichen Hirnabsonderungen zu entlocken. Einer muss natürlich wieder herausragen und überdeutlich beweisen, dass die Hirnschmelze schon eingesetzt hat. In diesem Fall Eva. Sie fängt mit dem alten Blödsinn an, dass es ja mehr Dinge zwischen blabla und dass wir ja nur 10% unseres Gehirns blablabla. Nein, danke, Eva, die Vorlage ist sogar mir zu steil.
  • Es geht gleich mit einem Knaller los: Der Pilatestrainer von Pocahontas stolziert, kaum behindert von einer sehr durchsichtigen Augenbinde, über eine Art Todesschwebebalken, wo ihm fiese Fallen wie kühle Klingen, scharfe Scherben, killende Kaktusse und sedierte, sehr ungiftige Skorpione scheinbar nach der Rothaut trachten.
  • Das dauert ewig und hat den Unterhaltungswert eines Angelturniers, aber es hat ja auch niemand behauptet, wir befänden uns hier in einer Unterhaltungssendung.
  • Uri droht an, später die Gesetze der Physik außer Kraft setzen zu wollen. Ach wat Uri, letzte Woche noch relativitätstheoretisch abgesichert Gläser geschoben, heute schon wieder fuck you Einstein?
  • Doch zunächst Daniel und Gabriel, die endlich mal etwas zeigen, was nicht sofort jeder Zehnjährige durchschaut. Der eine reproduziert ohne Sichtkontakt, was Eva einige Meter hinter seinem Rücken auf eine Tafel kritzelt. Man kann sich natürlich diverse Lösungen denken, aber keine ist sofort überoffensichtlich. Das heißt für das Niveau dieser Sendung: Gute Performance.
  • Uri muss das natürlich gleich wieder in den Keller ziehen, mit einer neuen Ausgabe von”Uri Geller, showing all his classics”. Heute: Der Kompass. Tatsächlich, Uri? Er fordert natürlich wieder die Zuschauer zur Nachahmung auf, zeigt, wie man sich aus Bleistiften, Stricknadeln, Blütenblättern (?) und anderem Zeugs einen Kompass und sonstige mentalistisch fernbearbeitbare Dinge bastelt. Es kann aber auch, wie immer, ALLES passieren. Man muss eben breitere Möglichkeiten anbieten, je schlechter die Quoten sind.
  • Zu dem nun folgenden Schaustück mit Manuel Horeth kann ich wenig sagen, da ich nunmehr tatsächlich eingepennt bin. Muss aber für die Formatverhältnisse recht ordentlich gewesen sein.
  • Amila redet ein bisschen wie William Shatner und meint, immer zu wissen, wenn Männer lügen. Was das nun mit der Billignummer zu tun hat, bei der sie errät, in welcher Faust Sky du Mont ihren Ring versteckt hat, hat niemand erklärt. Amila am Ende nachvollziehbarerweise rausgeflogen.
  • Kommen wir nun zum Höhepunkt jeder Sendung, der Präsentation der Zuschauereinsendungen. Wenn das mal keine Sensation ist: Zwei (!) Physikstudenten (!) schreiben eine E-Mail (!) aus Budapest (!) : Ein Löffel habe sich, auf ihrem Fernseher liegend, spontan erwärmt!
  • Es geht aber noch mysteriöser: Bei einem Frankfurter fing ein Bleistift an zu rotieren, blieb dann stehen und zeigte auf das Foto seines “verschollenen Bruders” (Fondsmanager?) und das Licht ging aus. Das kann ja gar nicht erfunden sein. Ich hab übrigens auch mitgemacht. Voller Erfolg. Mein Bleistift ist in die Küche gehüpft, hat ein Sandwich zubereitet, Bier nachgelegt und mir dann noch einen runtergeholt.

Fazit: Stellenweise leichter Niveauanstieg, was nach der letzten Ausgabe nicht allzu viel bedeutet. Quoten sinken weiter, umgekehrt proportional zu meinen Leberwerten. Mal sehen, wer länger durchhält.



Uri und seine Freakgesellen 2009 (Folge 3)

Donnerstag, Februar 5th, 2009

Ihr naht euch wieder, mentalistende Gestalten..aufs Neue muss ich nun, vom heilgen Eid gebunden, zur Feder greifigen und *#=?%%&§”"§&)^´#+} *piep* *schwirr* *rumpel*

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von ‘Bloggend ins Tollhaus’ ! Heute mit: Dem Uri, ‘nem gaaaanz langen Pendeltrick, dem dümmsten Ehepaar der Welt, und vor allem supi viel Spinnweben und Langeweile!

Mal ernsthaft jetzt: Ich halt das nicht mehr aus. Ich habe das Gefühl, allein vom Schreiben über diese Sendung dümmer zu werden. Gegen diese dritte Ausgabe waren die ersten beiden Nervenzerfetzer. Ich gebe daher nur ein knappes Worst of in Form von Randnotizen. Bei den Kollegen gibt’s Auflösungen (wobei es minimal bis nichts mehr zu aufzulösen gibt) und ausführliche Sendungsprotokolle.

  • Erstmalig bin ich pünktlich zu Sendebeginn vorm Bildschirm. Die Ansagerstimme klingt wie ein debiler Roboter, der gerade in Batteriesäure ersäuft wird.
  • Na toll, Raven kann nicht auftreten, wegen “geheimnisvoller Krankheit” (Pro7). Vogelgrippe?
  • Statt dessen darf Amila außer Konkurrenz ihren Wassertanktrick wiederholen. *seufz*
  • Geller und Meistermoderator Gödde prahlen mit der weltweiten Berichterstattung über das Amila-Debakel der letzten Sendung. Sogar auf internationalen Webseiten wurde darüber berichtet, freut Uri sich ein Loch ins Knie. Was genau soll das jetzt beweisen? Onlinejournalismus taugt auch in Indien nix?
  • Ankündigung “Live-Experiment” von Geller. Der will irgendwas mit Toten machen. Geller jetzt auch schon Andersweltkommunikator, wird ja immer doller hier.
  • ZOMG! C-Promis heute: Giovanni und Jana Ina. Das schlimmste Ehepaar seit Horst Mahler und Sylvia Stolz Sarah Connor und Marc Terenzi Gülcan und Sebastian Kamps. Beweisen seit Jahren vor festinstallierten Fernsehkameras, dass man auch ohne Gehirn überleben kann. Somit perfekt für diese Sendung.
  • Außerdem dabei: Christina Surer, von Profession Motorspochtlerin/Moderatorin. Bisher noch nicht auf der roten Liste. Labert dann aber irgendwelche Scheiße von einem “Engelbuch” und dass sie eh nur glaubt, was ihr in den Kram passt. Hat wohl geistig auch schon den Überblick verloren. Liste erweitert.
  • Augenbrauenakrobat Jan Rouven bringt eine höchst ungefährliche Nummer, bei der er nicht Gefahr läuft, von herabfallenden Schwertern getroffen zu werden. Unfassbar langatmig. Einblendung: Bitte nicht nachmachen! Wenn das so weiter geht, überleg ich’s mir noch mal. Endlich kommt der Schmarrn doch noch zum Ende. Nächstes Mal dann wieder was mit Pfeilen.
  • Danny Ocean generalisiert: “Wie verlassen uns viel zu häufig auf unseren Verstand.” Da widerspreche ich einfach mal dreist. Gegenbeweis läuft ja simultan. Es wird noch öder als Jan Rouven: Ocean packt doch tatsächlich ein Pendel aus und findet damit auch prompt eine Streichholzschachtel, die er vorher fallen gelassen hat. Rote Karte für diesen endoriginellen Quatsch auch vom abstimmenden Publikum. Danny Ocean raus.
  • Wer jetzt denkt, verstaubter und öder kann’s nicht mehr werden, hat Uri Geller unterschätzt. Er labert den üblichen Kram und meint, Einstein habe ja auch bewiesen, dass alles aus Energie besteht. Geller und Einstein, yeah. Das ist etwa so, als ob der Papst sich auf Stephen Hawking beruft. Jetzt kommt sein “Live-Experiment” und, I shit you not: Er stellt ein Glas auf einen Tisch und lässt es von vier Statisten durch die Gegend schieben. Gläserrücken? Echt jetzt, Pro7? Das ist wirklich mal unglaublich.
  • Uri hat ‘Ja’ und ‘Nein’ auf den Tisch gekritzelt und will Fragen der Teilnehmenden vom Jenseits beantworten lassen. Surer will vom Trinkgefäß wissen, wie es einer ihr bekannten verstorbenen Person so geht. Antwort: Ja.
  • Es wird sich abschließend auch nicht entblödet, Videoeinsendungen der Zuschauer zu fordern, die den Scheiß mitgemacht haben. Später zeigen sie ein Handyvideo von einem umfallenden Weinglas.
  • Tiefpunkt vorläufig erreicht, es folgt der wandelnde Deppenapostroph Jan Becker. Hat nach dem Geller-Unfug natürlich massive Vorteilsposition und ist sozusagen der Mentalisten-Obama. Blöderweise bringt auch der nichts Neues. It’s the return of Körperschalllautsprecher! Oder wie es unter Mentalisten heißt: Gedankenübertragung.
  • Man muss Ully Loup vermutlich dankbar sein, kann man sich bei seinen Auftritten doch wenigstens fremdschämen. Lupo, wie ich ihn ab sofort liebevoll nennen möchte, entwickelt sich langsam zum Mentalistengollum. Er gibt zunächst einen Schwank aus seiner Jugend zum Besten. Da hatte er mal ganz doll Angst und hat seinem Teddy ein Auge ausgerissen. Nach weiterem Jibba Jabba folgt aber auch nur eine lahme Nummer auf Raven-Niveau. Wird hier schön nacherzählt:

Fazit: Schnarchiger geht’s immer. Werde wohl dank der Sendung drogenabhängig und untherapierbar schwirr im Kopf. Quoten nach wie vor übelst. Muss Lebenstrainer anrufen.