Den neuesten Großverarschungsversuch aus dem Pro7 Innovations-Folterkeller, präsentiert von Betrügerpapst Uri Geller und Moderationsgeheimwaffe Stefan “Für’n Fuffi moderier ich alles und tu noch so als glaub ich den Scheiß” Gödde, ausführlich zu kommentieren erspare ich mir. Schöne, boshafte Verrisse gibt’s bei euren favorisierten Online-Präsenzen (z.B. hier). Die sehr miserablen Quoten werden den Verantwortlichen zu denken geben und möglicherweise sieht man auch bei Pro7 endlich ein, dass es in Sachen Zuschauerfürdummverkaufing nach unten durchaus noch Grenzen gibt. In der gefühlt achtstündigen “Show” ist dann auch erwartbar auf spektakuläre Weise absolut nichts passiert. Abgesehen davon vielleicht, dass nun Botschaften von irgendwelchen Deppen durchs All schwirren, von der Ukraine aus abgeschickt. (Außenreporter, Ex-Bergsteiger und Top-WissenschaftsjournalistDaniel Aminati freudig erregt: “Die erste Nachricht ist nach ca. 1,3 Sekunden bereits am Mond!”) Auf diesem Unfug herumzuhacken ist dann auch wie Uwe Boll-Produkte zu verreißen oder Paris Hiltons Schambereich zu Gesicht zu bekommen: viel zu leicht. Also lassen wir das. Hier habe ich aber zu Dokumentationszwecken den Gehalt der Sendung noch mal kurz zusammengefasst:
But wait! Eins ist mir bei der als Expertin für mentale Instabilitität oder so geladenen Nina Hagen, während sie ihre Buchstabensuppe absonderte, doch aufgefallen (Zitat übrigens: “Will wissen, ob se Bananen kennen und ob se wissen, was ne Bananenrepublik is.”) :
(Screenshot: Pro7)
Die Älteren ahnen womöglich schon, woran mich das erinnert hat und ich bin sehr erleichtert, dass ich nun zumindest einen - wenn auch geringen - Anlass habe diesen legendären Quatsch hier noch mal zu bringen:
Diskriminierungswochen in Obamaland: Während bekokste Sozialkompetenzler schon die post racism-Epoche ausrufen, stimmen die netten Menschen im Sonnenstaat per Volksentscheid über gleichgeschlechtliche Eheschließungen ab. Genauer: dagegen. Mit einer knappen Mehrheit und heftige Proteste nach sich ziehend zwar, aber zunächst einmal erfolgreich gegen die zuvor erreichte gesetzliche Gleichstellung. Selbiger Vorgang übrigens auch bei Abstimmungen in Florida und Arizona (wobei in den meisten Bundesstaaten die sog. “Homo-Ehe” weiterhin grundsätzlich verboten ist).
Wo naive Menschen wie ich sich noch fragen, wieso Lebensgemeinschaften zwischen volljährigen Menschen erst legalisiert werden müssen, zeigt sich dem Politikinteressierten ein entscheidender Schwachpunkt einer zu direkten Demokratie: Menschen sind Rindviecher. Geht es darum, anderen ihre Menschenrechte zu entziehen, von den eigenen monströsen Moralvorstellungen abweichende Haltungen zu tolerieren, alternativ lebenden Mitmenschen ihre Selbstbestimmung zu verweigern, oder sich generell mal den Stock aus dem Arsch zu ziehen, zögern sie nicht, fröhlichst rumzuhitlern, solange es ihre eigenen Freiheiten nicht tangiert. Interessant dabei auch: Angeblich lehnen um die 70% der Afroamerikaner laut Umfragen die Gleichstellung ab. Bis wir den ersten homosexuellen Präsidenten bejubeln dürfen kann es also noch etwas dauern. Die Abschaffung der Idiotie ist nämlich erst noch zu leisten. Oder wie primitive Menschen wie ich es eher zu formulieren pflegen: