Short Review: Prince Of Persia, The A-Team
Freitag, August 27th, 2010Prince Of Persia: The Sands Of Time

Das hat ja gar nicht mal so sehr geschmerzt. Hat aber auch damit zu tun, dass meine Erwartungen ohnehin schon im Bereich der strafrechtlich relevanten Sittenwidrigkeit dem Nullpunkt auf die Pelle rücken, wenn es um solche Gameumsetzungen geht. Dann gehen wir doch mal die Verfilmung-Checkliste, Unterbereich plaga orientalis durch:
- Verworrenes, plotirrelevantes Esoterikgefasel am Anfang und Ende: Check
- Wüstenpomp und pseudohistorischer Hintergrund: Check
- Magical Plot Device: Check
- Ben ‘Für’n Fuffi spiel ich alles’ Kingsley als Villainy McObvious: Check
- Dämliche Backstory mit Göttern und so: Check
- Böser Villain-Meisterplan ergibt keinen Sinn: Check
- So genannte Prinzessin, die eigentlich keine sein kann, weil elternlos: Check
- Verwackelte, verschwommene und scheiße geschnittene Kampfszenen, damit man Stuntdoubles und schlechte Choreographie nicht so gut sieht: Check
Dass hier irgendwelche Weißbrote Leute aus dem Orient verkörpern, kann gerne angemerkt werden, aber andererseits: Ich habe das Originalspiel von 1989 einst ca. 8000 mal durchgedübelt und erinnere mich sehr gut, wie der Originalprinz aussah:

Noch ein wenig weißer und er nähme ein Justin Bieber-Album auf. (Ja, ich weiß, dass der Film auf einer weit jüngeren Ausgabe der Franchise basiert, die allerdings schon alt genug ist, noch von mir gespielt worden zu sein, aber da war das nicht so viel anders.)
Also, was ich eigentlich sagen wollte: In einem auf Äktschn/Platforming etc. basierenden Videospiel kann die Story noch so flach und/oder beknackt sein. Man kommt damit durch, wenn das Gameplay stimmt. Diese Strukturen auf einen Film zu übertragen ist in den meisten Fällen eine sehr schlechte Idee, was unter Filmmaking 101 fallen sollte, aber regelmäßig von mittelschlecht bis miesen Produktionen wiederholt wird. Prince Of Persia versucht wenigstens noch, epic zu sein, nutzt sein Budget halbwegs ordentlich aus und die Effekte erfüllen ihren Zweck. Ergibt in der Summe: Nicht fürchterlich, aber..überflüssig.
Wertung: 6 von 10 Straußenrennen

Erwartbar gemischte Gefühle brechen sich während Ansicht Bahn und das hat nicht einmal etwas mit Nostalgie und enttäuschten Erwartungen zu tun. Ich fange jetzt auch nicht an, von meiner Kindheit zu schwafeln und wie wir damals im Baumhaus Bananenbomben gebaut haben oder dergleichen Unfug. Denn wer den Trailer gesehen hat, erlebt hier keinerlei Überraschungen. Wie transportiert man eine cheesy 80er-Serie in die Nullers? Cheesy, völlig over-the-top B-Äktschn mit Wile E. Coyote-Physik scheint mir da nicht sonderlich abwegig zu sein. Da findet zwar Kopfschütteln statt, aber eben meistens mit simultanem Grinsen, zumal der Humor auch überwiegend funktioniert. (Die 3D-Veralberung ist so simpel wie grandios.) Gewiss, den ein oder anderen Gagaismus hätte man sich schenken können und bedauerlich scheiternde Halbversuche von Charakterentwicklung erst recht. Die Äktschn-Regie schwankt zwischen zuckigem Krampfanfall und halbwegs übersichtlich, aber da sind die Standards mittlerweile auch arg niedrig und ich habe schon weit Schlimmeres ertragen müssen.
Am Rande bemerkt: Ich bekomme auch schon wieder Blitz-Haarbruch, wenn ich lesen muss, wie irgendwelche Feuilleton-Schwachdenker, die damals, darauf verwette ich meine salzigen Klöten, im Bratschenunterricht waren oder sowas, aber jedenfalls nicht vor dem Fernseher, wenn entsprechendes lief, was von “verlorenem Charme” und so faseln und sich obendrein noch persönlich beleidigt fühlen, wenn die Darstellung deutscher Landschaften im Film sich durch einige geographische Willkür auszeichnet, als wären solcherlei Freiheiten nicht üblich in diesem Medium, als wären nicht schon komplette Dschungelfilme in L.A. hinter jemandes Haus gedreht worden, als bekäme es der Empörer auch nur ansatzweise mit, wenn vergleichbare dramaturgische Verbiegungen andernorts stattfinden, aber das nimmt der Deutsche dem schamlosen Hollywood krumm, diese infame Ignoranz, diese impertinente Verfälschung der geliebten Heimat, und freut sich gleichzeitig einen monströsen Ast, dass man als umfassend gebildeter Lohnschreiber dem doofen Ami, der ja nicht mal Frankfurt von Köln unterscheiden kann, so überlegen ist, HA! Suck it, USA, kuckt euch mal unsere Filmkultur an, da..ups, never mind.
Wertung: 7 von 10 pancaked vans, fool!







