Kulturecke (100)
September 1st, 2010The National: You Were A Kindness
David’s Lyre: Tear Them Down
The Raveonettes: I Wanna Be Adored (The Stone Roses Cover)
The XX: Shelter (Tiga Remix)
Kula Shaker: Peter Pan R.I.P.
(Pilgrim’s Progress, 2010)
The National: You Were A Kindness
David’s Lyre: Tear Them Down
The Raveonettes: I Wanna Be Adored (The Stone Roses Cover)
The XX: Shelter (Tiga Remix)
Kula Shaker: Peter Pan R.I.P.
(Pilgrim’s Progress, 2010)
Prince Of Persia: The Sands Of Time

Das hat ja gar nicht mal so sehr geschmerzt. Hat aber auch damit zu tun, dass meine Erwartungen ohnehin schon im Bereich der strafrechtlich relevanten Sittenwidrigkeit dem Nullpunkt auf die Pelle rücken, wenn es um solche Gameumsetzungen geht. Dann gehen wir doch mal die Verfilmung-Checkliste, Unterbereich plaga orientalis durch:
Dass hier irgendwelche Weißbrote Leute aus dem Orient verkörpern, kann gerne angemerkt werden, aber andererseits: Ich habe das Originalspiel von 1989 einst ca. 8000 mal durchgedübelt und erinnere mich sehr gut, wie der Originalprinz aussah:

Noch ein wenig weißer und er nähme ein Justin Bieber-Album auf. (Ja, ich weiß, dass der Film auf einer weit jüngeren Ausgabe der Franchise basiert, die allerdings schon alt genug ist, noch von mir gespielt worden zu sein, aber da war das nicht so viel anders.)
Also, was ich eigentlich sagen wollte: In einem auf Äktschn/Platforming etc. basierenden Videospiel kann die Story noch so flach und/oder beknackt sein. Man kommt damit durch, wenn das Gameplay stimmt. Diese Strukturen auf einen Film zu übertragen ist in den meisten Fällen eine sehr schlechte Idee, was unter Filmmaking 101 fallen sollte, aber regelmäßig von mittelschlecht bis miesen Produktionen wiederholt wird. Prince Of Persia versucht wenigstens noch, epic zu sein, nutzt sein Budget halbwegs ordentlich aus und die Effekte erfüllen ihren Zweck. Ergibt in der Summe: Nicht fürchterlich, aber..überflüssig.
Wertung: 6 von 10 Straußenrennen

Erwartbar gemischte Gefühle brechen sich während Ansicht Bahn und das hat nicht einmal etwas mit Nostalgie und enttäuschten Erwartungen zu tun. Ich fange jetzt auch nicht an, von meiner Kindheit zu schwafeln und wie wir damals im Baumhaus Bananenbomben gebaut haben oder dergleichen Unfug. Denn wer den Trailer gesehen hat, erlebt hier keinerlei Überraschungen. Wie transportiert man eine cheesy 80er-Serie in die Nullers? Cheesy, völlig over-the-top B-Äktschn mit Wile E. Coyote-Physik scheint mir da nicht sonderlich abwegig zu sein. Da findet zwar Kopfschütteln statt, aber eben meistens mit simultanem Grinsen, zumal der Humor auch überwiegend funktioniert. (Die 3D-Veralberung ist so simpel wie grandios.) Gewiss, den ein oder anderen Gagaismus hätte man sich schenken können und bedauerlich scheiternde Halbversuche von Charakterentwicklung erst recht. Die Äktschn-Regie schwankt zwischen zuckigem Krampfanfall und halbwegs übersichtlich, aber da sind die Standards mittlerweile auch arg niedrig und ich habe schon weit Schlimmeres ertragen müssen.
Am Rande bemerkt: Ich bekomme auch schon wieder Blitz-Haarbruch, wenn ich lesen muss, wie irgendwelche Feuilleton-Schwachdenker, die damals, darauf verwette ich meine salzigen Klöten, im Bratschenunterricht waren oder sowas, aber jedenfalls nicht vor dem Fernseher, wenn entsprechendes lief, was von “verlorenem Charme” und so faseln und sich obendrein noch persönlich beleidigt fühlen, wenn die Darstellung deutscher Landschaften im Film sich durch einige geographische Willkür auszeichnet, als wären solcherlei Freiheiten nicht üblich in diesem Medium, als wären nicht schon komplette Dschungelfilme in L.A. hinter jemandes Haus gedreht worden, als bekäme es der Empörer auch nur ansatzweise mit, wenn vergleichbare dramaturgische Verbiegungen andernorts stattfinden, aber das nimmt der Deutsche dem schamlosen Hollywood krumm, diese infame Ignoranz, diese impertinente Verfälschung der geliebten Heimat, und freut sich gleichzeitig einen monströsen Ast, dass man als umfassend gebildeter Lohnschreiber dem doofen Ami, der ja nicht mal Frankfurt von Köln unterscheiden kann, so überlegen ist, HA! Suck it, USA, kuckt euch mal unsere Filmkultur an, da..ups, never mind.
Wertung: 7 von 10 pancaked vans, fool!
Fever Ray: Mercy Street (Peter Gabriel Cover)
Fallulah: Only Human
(The Black Cat Neighbourhood, 2010)
Arcade Fire: The Suburbs
(The Suburbs, 2010)
Band Of Skulls: Fires
(Baby Darling Doll Face Honey, 2009)
The Thermals: I Don’t Believe You
(Personal Life, 2010)

Vielleicht wäre es wirklich sinnvoll, eine extra Kategorie für solche mediokren Comedys einzurichten, mit eigens ausgedachtem Punktbewertungssystem. Das könnte echt zur Schonung meiner Nerven beitragen. Andererseits taugt Killers wieder wunderbar als Negativbeispiel: Mit ein wenig Einsatz, Willen und besserem Skript hätte man eine halbwegs taugliche schwarze Komödie hinbekommen können. Zwei bis drei lustige Stellen und Tom Selleck hat man ja schon. Aber liebe Autoren, eine Schubkarre Satireschotter reicht nun mal nicht, um Plotlöcher von der Größe Australiens zuzuschütten. Man kann sich nicht vereinzelt über Spy-Klischees lustig machen und dann doch den ganzen Film darauf aufbauen. So erhält man ein gerade noch am Ärgernis vorbeischrammelndes, half-assiges Flachprodukt. Wieso raste ich also nicht ob der verschwendeten Zeit aus? Der Film ist einfach so unverschämt lächerlich-sinnlos und bar jeglicher Handlungslogik, dass es schon wieder faszinierend ist und sich Fragen wie “Weshalb hört man bei dem ganzen Geballer und generellem Mayhem niemals auch nur eine Polizei- oder sonstige Sirene im Hintergrund, geschweige denn, dass hier auch nur irgendeine nicht geheime Staatsgewalt mal auftaucht?” erübrigen. Es ist einfach alles dermaßen absurd, dass es zum sauer werden zu viel ist. Sozusagen der Lothar Matthäus unter den Filmen.
Wertung: 5,5 von 10 licenses to blah

In einer scheinbar täglich komplexer, chaotischer und konfuser werdenden Welt benötigt man mehr denn je verlässliche ideologische Feindbilder und klar definierbare Antagonisten. Da die 80er ja gerade auch voll im Trend liegen..ähm..Verzeihung, ich habe gestern die falschen Pilze gegessen und halte mich nun schon den ganzen Tag lang für einen Spiegel Online-Redakteur. (Als unbezahlter Blogger kann ich mir Wendungen wie ‘Voll im Trend’ ja gar nicht leisten.)
Anyhow, ‘Der Russe’ ist jedenfalls in der Fiktion wieder als dämonischer Gegenspieler sehr beliebt, siehe beispielsweise auch die letzte Staffel 24. Verständlich, immer nur diese garstigen Islamisten, das nutzt sich auf Dauer ab und ist auch unästhetisch. Gut, dass Kommunisten nach wie vor ebenso taugliche Schurken abgeben wie Nazis und Taliban. (Will man Glenn Beck glauben, ist der amtierende US-Präsident alles zusammen.) Mit Chinesen muss man vorsichtig sein, denen gehören mittlerweile ca. 90% der USA. Dann doch lieber der gut abgehangene Ivan; das hat auch Nostalgiewert, man kennt sich, man ist mit den Gepflogenheiten vertraut und die Nachrichten lassen vermuten, dass die Demokratie in der Gegend auch noch nicht so grundlegend verinnerlicht ist. Außerdem ist ein russischer Akzent nicht so schwer zu faken und man muss auch keine braunen Leute mehr casten. Da lässt sich die Realität naturgemäß auch nicht lange bitten und zieht flugs nach. Weil russische Spione es sich realiter lieber in den ‘burbs bequem machen und sich um die Hortensien kümmern statt den Mond zu sprengen oder sowas, muss dramaturgisch schwer aufgerüstet werden und der gute alte Atomkrieg eignet sich da immer noch bestens als Movens für fanatische Borschtschköpfe.
Salt ist aber nicht nur in dieser Hinsicht angenehm oldschoolig: Mehr MacGyver, Körpereinsatz und Verkleidung, weniger Gadgetfixierung und Überwachungsbullshit. Jolie tritt sehr elegant Ärsche und gibt der relativ flachen Hauptfigur doch noch Charakter, wobei natürlich zu beachten ist, dass die kühle Undurchsichtigkeit der Protagonistin auch gewollt, da äußerst plotrelevant ist. Für Spy-Äktschn ist der Film insgesamt auch ziemlich konsistent, genregemäß übertrieben, aber relativ wasserdicht.
Wertung: 7,5 von 10 Brady Bunch trainings