2012

Inhalt: That’s great, it starts with an earthquake, birds and snakes, an aeroplane (…)
Filme von Roland Emmerich sind immer sehr erfreulich für den Bewerter, da leicht auf der Emmerich-Skala zu bewerten. Also zum Beispiel: Hmm, recht gut für einen Emmerich-Film (The Patriot). Oder: Hui, ziemlich scheiße, sogar für einen Emmerich-Film (10,000 BC). 2012 befindet sich dementsprechend irgendwo im Mittelfeld. Die Zerstörungsorgie ist allerliebstes Augenfutter, nicht übermäßig ernsthaft vorgetragen und von angemessenem Bombast. Der Rest besteht selbstverständlich aus dem typischen Emmerich-Mix aus flachen Figuren, verkrampfter Tragik, lachhaften Dialogen und haarsträubend konstruierten Handlungsmomenten. Bonuspunkte gehen an Amanda Peet, die es fertig bringt, mit relativ wenig Screentime maximal zu nerven. Whatevs: Immerhin gibt’s einige bissige Kommentare und letztendlich überwiegt der Fun. “Style at the expense of content” ist ja auch ein Camp-Motiv und in diese Ecke darf man den guten Roland wohl ein Stückchen weit schieben. So betrachtet kann auch eine derartige Unverfrorenheit, drei mal in Folge die gleiche Situation “Wir müssen jetzt aber mal sehr fix mit dem Flugzeug abheben” zu bringen, nicht nur verziehen, sondern gar gefeiert werden.
Wertung: 6 von 10 ersaufende Tibeter
The Princess And The Frog

Inhalt: Weniger Adel, dafür umso mehr Reptilien, Amphibien, Sümpfe und Voodoo.
Oh Schreck. Den Schlichtglückpropagandisten bei Disney fällt nun endgültig nichts mehr ein und sie packen noch mal verstaubte Prinzessinnengrütze aus der Kiste. Könnte man zumindest leicht annehmen, denn mit Disney-Animationen (nicht zu verwechseln mit dem Pixar-Zeugs!) geht es schon sehr lange bergab. Oder will hier jemand behaupten, dass seit Beauty And The Beast noch mal was wirklich gutes rumgekommen ist? Gut, vielleicht noch Lilo & Stitch, aber der Rest besteht ja wohl aus dummer Scheiße, auf deren Gipfel The Lion King thront, und öden Direct-to-DVD-Sequels, for cashing in.
Was hab ich mich also gefreut, als sich The Princess And The Frog dann doch als absolut gelungen entpuppte: Die farbenfrohe Old school-Animation wirkt sehr erfrischend und auch sonst findet man zurück zu alten Qualitäten. Die Figuren taugen endlich mal wieder was, der Humor passt, die Geschichte ist warmherzig und angereichert mit viel klassischem Slapstick. Die Songs - jawoll, es gibt sie wieder - fügen sich perfekt ein und sind überaus gelungen, und wenn ICH sowas von Disney-Musik behaupte, dann sagt das einiges. Hier kommt dem Film sein Schauplatz zugute: Angesiedelt in New Orleans, back in the days, lässt man es angemessen grooven und jazzen und den Kopf wippen. Überhaupt wird das ganze Südstaatenflair sehr stimmig und lustvoll zelebriert. (Was davon in der deutschen Fassung über bleibt, ist wie immer eine andere Frage.) Dabei muss man natürlich im Auge behalten, dass hier primär auf ein junges Publikum abgezielt wird. Wie gut ein Film dieser Kategorie ist, kann man immer danach beurteilen, ob er auch dem sogenannten Erwachsenen gefällt, und das ist hier eindeutig der Fall.
Wertung: 8,5 von 10 fun facts about voodoo