Short Review: Harry Brown, Bitch Slap

März 9th, 2010

Harry Brown

Es ist ja nicht so, dass British’s Finest Michael Caine noch irgendetwas beweisen müsste, aber wenn es dann doch dazu kommt, bin ich der Erste, der jubelt. Harry Brown ist nun nicht hochoriginell und hat auch weniger Handlung und (Charakter-) Tiefe als z.B. der brillante Gran Torino, ist aber dennoch weit oben im “Angry Old Men”-Subgenre zu verorten. Denn nicht nur zeigt er einen Caine, der trotz geriatrischer Handicaps absolut nichts von seiner Badassigkeit verloren hat, es handelt sich auch um einen stilvoll-eleganten Vigilantismusflick, der keine Gefangenen macht, ist durchzogen von düsterer Stimmung und vor allem very british.

Wertung: 8 von 10 failures to maintain your weapon

Bitch Slap

Schade um die schön komponierten Opening Credits: Bitch Slap ist ein klassischer Fall von grober Irreführung, macht ein Riesenfass auf und gibt vor, sexy Edeltrash zu sein. Pfft: Wenn Trash sich mit Bitch Slap  an der Trinkhalle träfe, trüge Trash ein Shirt mit dem Aufdruck “I’m with stupid”, ließe sich aber wohl sicherheitshalber, um seinen guten Ruf besorgt, erst gar nicht in der Nähe dieses Schrotts blicken. Es ist ja gut, wenn man um seine Unfähigkeit weiß, aber diese dann zu kaschieren, indem man trotzig drei halbgeile Doofschnatzen entweder, wenn sie sich nicht gerade sinnlos auf die Fresse geben, deppigst posen (mitunter rechnete ich damit, dass gleich Heidi Klum Anfeuerndes in den Film reinquäkt) oder vor billigem Greenscreengetöse herumhampeln lässt, ist keine Lösung. Genau einmal musste ich dann doch recht laut lachen, weil das nämlich bei einer Ballerszene so unfassbar bekloppt wird, dass ich fast behaupten will, dass es sich dabei um die bekloppteste, lächerlichste Schießerei handelt, die je gedreht wurde. Ich rate also, nach dem Intro zu dieser Stelle zu springen und anschließend abzuschalten, denn der Rest ist einfach dümmstvorstellbare, pseudofeministische, zuschauerbeleidigende Scheiße, die ich niemandem zumuten möchte.

Wertung: 2 von 10 bedenklich versteckte Wurfsterne

Short Review: Cirque Du Freak, The Bad Lieutenant

März 7th, 2010

Cirque Du Freak: The Vampire’s Assistant

Ich lasse Filmen ja manches durchgehen, wenn sie unterhaltend sind, aber es gibt so einige Sachen, über die ich mich einfach hart aufrege. Hier haben wir es mit etwas zu tun, wofür ich erst noch einen Terminus erfinden muss, was mich aber mörderisch nervt: Cirque Du Freak wirkt wie ein Serienpilot, es gibt keinen echten Plot, stattdessen wird irgendetwas vorbereitet, was man dann nicht zu sehen bekommt. Konsumenten unter 13 Jahren werden das womöglich nicht bemerken und hier dennoch auf ihre Kosten kommen, immerhin gibt’s haufenweise Viehzeugs, Freaks und Vampire und “Vampaneze”, was auch immer beim Höllenschlund das sein soll. Der Film hält sich mit Erklärungen, nicht nur hierfür, arg zurück. Mal angenommen, es wäre wirklich ein Serienpilot, ich hätte trotzdem kein Interesse, denn dafür sind die Charaktere viel zu uninteressant und die Zielgruppe müsste auch noch mal neu definiert werden. Für mündige Zuschauer ist alles zu oberflächlich und albern, für jüngere vermutlich zu explizit. Das Schlimmste ist aber: Was hier der Hauptcharakter sein soll ist die lahmste Schlaftablette seit Kristen Stewart und ihrer dumpfbackigen Twilight-Rolle, sein Antagonist ist auch nicht viel besser. Einige lichte Momente gibt es zwar, aber das oben bemängelte überschattet einfach alles, was hier noch gut ist. Fazit: Zeitverschwendung.

Wertung: 4 von 10 Schrumpfzombies

The Bad Lieutenant: Port Of Call - New Orleans

Ich habe keinen nebligen, wieso man bei dieser Produktion erst den Eindruck entstehen ließ, als würde es ein Remake von Abel Ferraras düsterem Klassiker, dann das Gegenteil behauptete, aber den Titel trotzdem beibehielt und ich habe echt anderes zu tun, als dem auch noch nachzugehen. Gut, einige Ähnlichkeiten sind vorhanden, aber es handelt sich erfreulicherweise eindeutig nicht um ein Remake. Werner Herzog bringt uns endlich den guten Nic Cage zurück, man hat ja angesichts der mittelmäßigen bis miesen Filme in der Zwischenzeit leicht vergessen können, dass es einen solchen jemals gegeben hatte. Herzog lässt ihn rasen und toben und brüllen und verzweifeln während er sich als schmerz- und schuldengeplagter Junkie-Polizist immer tiefer in die kriminelle Scheiße reitet. Der Schauplatz “Post-Katastrophen-New Orleans” und surreale herzogsche Seltsamkeiten fügen dem Ganzen noch eine sehr dichte, individuelle Atmosphäre hinzu. Wie sich die verzwickte Geschichte entfaltet und endet ist nur scheinbar vorhersehbar, Herzog geht hier sehr individuelle Wege und das finde ich naturgemäß großartig.

Wertung: 8,5 von 10 lucky crack pipes

Rémi Gaillard in 5 minutes

März 5th, 2010

Cheffranzose Rémi Gaillard treibt nunmehr seit 10 Jahren groben Unfug, teilweise unter Einsatz seines Lebens, only protected by his wits. Kleines Best Of, featuring natürlich auch meinen Lieblingsprank REMI KART:

Short Review: From Paris With Love, The Boondock Saints 2

März 3rd, 2010

From Paris With Love

Chinesisches Küchenpersonal, das plötzlich mit der Uzi im Anschlag um die Ecke kommt, ein trigger-happy Travolta, der aussieht wie die Liebesfrucht von Uncle Fester und Lenin, dazu ein Rookie-Gegenpart, reguläre zweieinhalb plot points, hohes Tempo und Paris als Schauplatz. Sehr schnell ist klar, dass From Paris With Love genau das bietet, was man von Luc Besson und Taken-Regisseur Pierre Morel erwarten kann: geradliniges Bang Boom Bang, sehr kurzweilig, saubere Regiearbeit, stellenweise witzig, manchmal doof. Ein klassischer Äktschn-Flick also, nicht mehr, aber auch garantiert nicht weniger.

Wertung: 6,5 von 10 Koksvasen

The Boondock Saints 2: All Saints Day

The Boondock Saints ist wohl nach wie vor für viele so etwas wie ein Kultklassiker, was ebenso viele, ich eingeschlossen, nicht zur Gänze nachvollziehen können. Ein kurzweiliger, comichafter Shoot ‘em up mit nettem irischen Flair, sicherlich, aber das war’s auch schon. Als Zusatzleistung kann gelten, dass sich mal wieder ahnen ließ, wie deutsche Filmzens..äh Jugendschutzentscheidungen vermutlich funktionieren: mit viel Birnenschnaps und Würfelspielen, und einem stärker verwirrten Moralkompass als, sagen wir mal, im Iran.

Das Sequel ist jedenfalls mut- und innovationslos, zwar nicht komplett misslungen, aber das Original wird nie erreicht. Zwei Iren killen Mafiamenschen, das ist die Quintessenz, nichts anderes wollen die Fans ja auch sehen. Schade nur, dass da offensichtlich keinerlei Spielraum mehr für neue Ideen oder Charakterweiterentwicklung gesehen wurde. Bleibt eine solide Inszenierung, Humor der einigermaßen funktioniert und einige unnötige Längen. Am Ende überwiegt der Eindruck, dass hier einfach zu hart versucht wurde, noch mal den gleichen Film zu machen. Das ist vermeintlich risikomindernd, aber selten eine gute Idee.

Wertung: 6 von 10 pussy rooms

Short Review: Legion, Ninja Assassin

Februar 27th, 2010

Legion

Selig sind, die da arm sind im Geiste. Das gilt nicht nur für die Nasen, die hier bedenklicherweise für das Fortbestehen der Menschheit gecastet werden, sondern auch für den Konsumenten, der sich diesem konfusen Sakralblödfug ausgesetzt sieht. Aber auch der einfältigste Kesselflicker wird raffen, dass hier schamlos von Terminator geklaut wird (Skynet = Gott), und zwar schlecht. Es darf ja von mir aus gerne auch mal zünftig offgerippt werden, aber dann doch bitte mit einem Anflug von Stil.

Ach ja: ein halbwegs nachvollziehbarer Plot wäre auch schön gewesen. Klar, sobald es um Gott und Engel und Apokalypse und Erlöserkram und so geht, stellt die Logik automatisch schon mal einen Ausreiseantrag, being religious ‘n shit, aber dass hier absolut nichts eine Spur von Sinn ergibt, muss ja wohl nicht sein. Will man irgendetwas am Film loben, dann wären da lediglich ein paar hübsche Wüstenaufnahmen und der hier leider verschwendete Paul Bettany zu nennen, der auch als Himmelsgeflügel beim Austeilen mal wieder eine gute Figur macht. Nur bei ihm glaube ich auch total dran, dass er sich offenbar schallplattengroße Rückenwunden einhändig selbst zunähen kann.

Hilft aber alles nix, denn ansonsten herrscht Totalausfall: Szenen, die gar schröcklich intendiert waren, wirken unfreiwillig komisch (Spider-Granny, Spider-Granny …), nahezu alle Bildmotive sind schon mal irgendwo gesehen worden, und abseits der Äktschn erzählen lahme Charaktere, von denen man weiß, dass sie die nächsten Minuten eh nicht überleben werden, langweiligen Kram aus ihrem uninteressanten Leben oder interagieren auf stupidest mögliche Weise um die Laufzeit voll zu bekommen. Terminator in dumm und langweilig, dachtet ihr echt, das sei eine gute Idee?

Wertung: 3 von 10 motherfucking pestilences

Ninja Assassin

Zunächst mal: Gratulation, dass man für diese Produktion tatsächlich einen echten Asiaten für die Asiatenhauptrolle engagiert hat. Ja, ihr staunt jetzt vielleicht, aber das ist keine Selbsverständlichkeit (siehe diverse Schrottfilme). Leider ist Ninja Assassin ansonsten aber ein Fall von verpasster Gelegenheit. Dass auf Handlung und Originalität weitgehend verzichtet wird, verzeihe ich ja noch, denn immerhin wird sich redlich bemüht, vergleichsweise viel character arc einzubauen, was im Rahmen auch gelingt. Weiterhin ist die Äktschn schön martialisch und grundsätzlich fein inszeniert. Das hier ausgiebig herumspritzende CG-Blut sieht zwar nach wie vor goofy aus, aber immerhin nicht so beknackt wie in Blood: The Last Vampire, aber das war auch schon der Gipfel der Beknacktheit und eine Steigerung wäre ein extraordinäres Kunststück gewesen.

Was aber wirklich stört, ist mal wieder die mangelhafte Äktschn-Ausleuchtung in Tateinheit mit Wackeloptik. Ja, gut, Mad Ninja Shadow Sneaking Skills und so, seh ich ja auch ein. Aber was nützt das schönste Geschnetzel, wenn es im Dunkeln stattfindet und man keinen Plan hat, was zur heiligen Knastdehnung da eigentlich abgeht? Show, don’t deut an! Gut, es ist nicht bei allen Szenen der Fall, aber auch die Hälfte genügt, um zu nerven. Für den kleinen Metzelbedarf reicht’s aber insgesamt aus.

Wertung: 6 von 10 rote Currywürste