Opinions on movies or something: Tower Heist, Immortals, Tyrannosaur, Take Shelter

Februar 20th, 2012

Tower Heist

Irgendwann muss ich mal ein Template für solcherlei Mittelmaßfälle einrichten, dann muss ich nicht jedesmal neu von schwach genutztem Potential und so labern und dass Tower Heist auch nicht gänzlich langweilig oder unwitzig ist, aber dann auch wieder nicht übermäßig schlau oder speziell und leider weder die Absurdität der Vorgänge noch das teils stattfindende Spektakel so richtig herausstechen und das am Ende eben nur für kaum erwähnenswerten Durchschnitt reicht.

Wertung: 7 von 10 gauntlets of lesbians

Immortals

Von Tarsem Singh darf man zumindest einige gewisse visuelle Ideen und Feinheiten erwarten. Was auch geliefert wird, wenn es nicht gerade wieder scheißdunkel ist und man überhaupt was erkennen kann. Ansonsten leicht trashy, schön blutig und durchstilisiert, sowie mit einigen guten Kloppszenen, was aber insgesamt keinswegs für mieses Pacing, langweiligen Unnützfüllsel und dem generellen Mangel an Substanz und Fokus entschädigt.

Wertung: 6,5 von 10 Öltsunamis

Tyrannosaur

Hö, keine Dinos, whatthefucktosaurus? (°n°) False Advertising! Egal, denn handelt sich bei Paddy Considines Tyrannosaur um einen funktionierenden Fall von Actor –> Director. Ohne Schonung und mit ordentlich Klöten, sowie Einsicht in lädierte und wutgetriebene Charaktere haut er einem hier eine ungeschmuste Grobianismus-Story vor den Kopp. Gefällt mir als alter Zornbock ohnehin, sollte aber auch allgemein lobende Beachtung finden.

Wertung: 8,5 von 10 goody goodies

Take Shelter

Wie alle braven Bauerntöchter habe ich meine gesamten US-Midwest-Windkenntnisse von David Foster Wallace gelernt. Ich bin also Experte und kann alle Tornado-Noobs bemitleiden, weil ihr ja euer Fachwissen aus der schlechtesten RomCom der 90er habt, Twister, und daher glaubt, dass Tornados mindestens acht mal täglich auftreten und nicht nur böse knurren können, sondern auch spezifisch hinter Leuten her sind, um einfach so spaßeshalber komplette Stammbäume auszurotten. Tjaha. Big Review-Twist: In Take Shelter geht es gar nicht um Tornados! Dun dun duuuun! Also schon, aber anders. Die Naturgewalt ist hier sozusagen Teil einer gefühlten Gesamtbedrohung, die den wie immer grandiosen Michael Shannon in visionesken Träumen heimsucht. Nun sind solch Stürme in diesen Flachlanden ja eine durchaus echte Bedrohung und Shelter taken in dem Fall keine schlechte Idee. Was aber tun gegen menschliche Unholde, apokalyptisches Schwarmgetier und biblisches Ungemach? Verlustängste steigern sich also in bedenkliche Paranoia, während Shannon vernünftig zu bleiben versucht und seinen Zwangsfürchten dabei doch nicht entkommt. Writer/Director Jeff Nichols entblättert das sehr geschickt in einer Struktur ausgereiften Psycho-Horrors, ohne, dass der Film aber selbiges ist. Das darf man ruhig als meisterhaft bezeichnen.

Wertung: 9 von 10 weather reports

(Extra) Short Whatever Review: Anonymous, Seeking Justice, The Girl With The Dragon Tattoo, The Rum Diary

Februar 3rd, 2012

Anonymous

Frei- und Feingeist Roland Emmerich packt jetzt die ganz heißen Eisen an und bemüht sich um die Wahrheit und so. In Sachen Shakespeare muss auch dringend mal Aufklärung betrieben werden und Shakespeare In Love war übrigens auch komplett unrealistisch, mit solch Schmarrn wird jetzt mal aufgeräumt, denn wenn ihm filmästhetisch eins wichtig ist, dann Fakten, Fakten, und historische Akkuratesse, wer das nicht glaubt, kann ja noch mal einen Blick auf sein Meisterwerk 10,000 BC werfen, ihr wisst schon, das war der mit den Höhlenmenschen und Riesenvögeln im Regenwald und netten Säbelzahntigern in der Wüste und Segelschiffen und Landkarten und Teleskopen und Goldschmieden und Mammuts, die Pyramiden bauen. Jep. Ruhig noch mal reinschauen, wer sich traut.

Irgendwo in diesem verworrenen Unsinn steckt das Potential für einen interessanten, vage historischen Film. Es musste aber nun mal unbedingt eine Verschwörungstheorie verfilmt werden, das kommt beim Volk immer gut an. Weil Emme jetzt die Welt oft genug zertrümmert hat oder zur Abwechslung mal ernst genommen werden will, tut er nun also fröhlich und ungehemmt die Geschichte verbiegen und da wird auseinander genommen und freimütig rumgeordnet widde widde wie es uns gefällt, Henry Fünf oder Sechs, egal, bis sich seriöse Historiker/Literaturwissenschaftler von der nächsten Klippe stürzen. Dann verzapft er in Interviews auch noch, das Leute das gefälligst für voll nehmen sollen, man habe schließlich auf Thesen und Scheiß, und die Welt ist wieder ein wenig schlauer geworden. Danke, Roland!

Wertung: 5,5 von 10 dancing asses

Seeking Justice

Langweilig, blöd, stümperig, teils immerhin lachhaft. Next!

Wertung: 6 von 10 Forever bars

The Girl With The Dragon Tattoo

Remakes sind meist unnütz und selten gut. Von Finchers David darf man aber gerne deutlich mehr erwarten, denn der zaubert auch aus mediokrem Stoff noch Qualitätsware. Was hier ohnehin schon hochklassig ist, wird zum beispielhaften Optimum für Neuverfilmungen: Exzellenz und überragende Leistungen, sowohl technisch als auch bei Darstellern und Erzählung. Den eigenen Style hinzugefügt, hier und da Veränderungen, allerdings kontextuell sinnvoll, aber vor allem: nicht massengedooft und keinen Deut weichgespült. Plus mal wieder genialer Score vom neuen Superhelden-Filmkomponisten-Team Trent Reznor & Atticus Ross. Eine weitere Seltenheit in Zeiten unspektakulärer Filmeröffnungen ist die absolut bejubelnswert geile Ouverture, albtraumhaft-abstrakt, aber doch filmrelevant.

Wertung: 9 von 10 black treacles

The Rum Diary

Man muss wohl nicht unbedingt Terry Gilliam sein, um Hunter S. Thompson angemessen zu verfilmen. Aber es hilft. Das ist erwiesen. Was der überflüssigerweise wieder ausgegrabene Bruce Robinson sich hier abzuliefern traut, ist nicht nur endlaserlangweilig, sondern geradezu schmerzhaft. Robinson weiß offensichtlich nicht mehr, wo hinten und vorne ist, und Buchtstaben kann er auch kaum auseinander halten. Die Figur heißt MOBERG und nicht MOBURG, ihr Analphabeten, was soll der Scheiß? Auch nicht mehr wichtig, wenn alles andere auch verkackt wird: Verschwunden sind Humor, Gefühl und Verstand des Romans, der voll ist mit famosen Szenen, von denen sich so gut wie keine im Film befindet, und wenn, dann falsch. Stattdessen gibt’s sinnlos reingeschlunzten 80er-Unterhosenhumor und blöde Füllszenen; Charaktere werden plattiert und unnötigerweise zusammengestrichen, und am Ende bleibt dann ein Grademalgarnix übrig. Wegwerfen und neu machen.

Wertung: 5 von 10 Mobergs

Short Review: Tinker Tailor Soldier Spy, Paranormal Activity 3, In Time

Januar 23rd, 2012

Tinker Tailor Soldier Spy

“I don’t know about you, George, but I feel seriously under-fucked.”

Tinker Tailor Soldier Spy hat nicht nur einige der besten britischen Darsteller, sondern insgesamt eins der besten Ensembles des letzten Jahres. Eine Freude, dass Gary Oldman nach langer Zeit mal wieder eine Hauptrolle so ausfüllen kann. Auch technisch ist alles top; ich glaube jede Sekunde, dass wir uns in den Siebzigern befinden. Speaking of Sekunde: Eine Sekunde nicht aufgepasst und man hat ein womöglich wichtiges Detail übersehen. Darin besteht natürlich auch der Reiz des Cold War-Puzzles. Es will zusammengesetzt werden und dabei sind Details und subtile Figurenmomente of the essence. Hieraus entspringt aber auch das Problem des Films: Es hätte mehr Einsicht in die Akteure gebraucht, also Screentime. 30 Minuten oder so zusätzlich, um die Charaktere besser rauszubringen und die Adaption von John Le Carrés Espionage-Klassiker hätte zu den Top Dogs 2011 gezählt. Zur Upper Class reicht es aber locker.

Wertung: 8 von 10 soviet santas

Paranormal Activity 3

“Wait..why are you filming this?”

Ach ja, die 80er, goldene Home Video-Zeiten. Pausenlos haben wir gefilmt mit unseren Full HD-VHS-Kameras, mit ausgereifter Nacht-Funktion und einer beeindruckenden Akkulaufzeit. Na gut, bei Paranormal Activity 3, oder wie ich ihn nenne, Ghosts, Shenanigans & Videotape, muss man über solche Ungereimtheiten naturgemäß hinwegsehen, ebenso wie über das einigermaßen monströse Plotloch, dass bei dieser Sorte Film fast schon obligatorisch ist. (How the fuck did you get those tapes?!) Geschenkt. Man muss dieser Reihe wenigstens zugestehen, dass versucht wird, die Ereignisse in ein Gesamtbild einzuordnen und im Rahmen des Möglichen Neues zu bringen. Dennoch bin ich diesmal nicht so richtig rein gestiegen, was womöglich daran liegt, dass die Spannung nicht so geschickt erzeugt und gehalten wird, wie beim Original. Notalot is going on, wie wir in den 80ern sagen, und abgesehen vom Ende ist das alles arg jumpy, aber nicht sehr gruselig. Stellenweise verspürte ich sogar eher Comedy-Tendenz. Kann aber auch an mir liegen.

Wertung: 7 von 10 demonic Lite-Brites

In Time

Andrew Niccol ist ein sehr guter Regisseur, der sich auch noch schlaue Science Fiction-Szenarien ausdenkt. Die Grundidee von In Time ist so gut, dass sie den Film sehr weit und über Logiklücken hinweg trägt und sehenswert macht. Sie kann aber letztendlich auch nicht die sehr standardisierte, höhepunktarme Ausführung und den eher simplen Sozialkommentar verschleiern. Dass hier alles, inklusive Darstellern, zu glatt ist und zu sauber aussieht, kann ich aber als Kritik kaum gelten lassen. Das ist in der durchgängigen Gesamtheit ja wohl eindeutig eine stilistische Entscheidung. Es geht hier schließlich um ethische, bzw. sozialökonomische Verkommenheit und die brauch ich nicht unbedingt immer von alten Zeitungen, die um staubige Ecken herumwehen, schwarzem Regenwasser, Verkrüppelten etc. verbildert.

Wertung: 7,5 von 10 time bandits

2011: The Favourites

Januar 14th, 2012

The Bastard’s Rejects

Ich muss wohl hoffentlich nicht erläutern, warum ich anerkannten Schmutz wie Mr. Popper’s Penguins, Zookeeper, Spy Kids, The Smurfs, New Year’s Eve und alles, was aus Adam Sandlers Hochstaplerarsch kriecht, ignoriere. Es gibt sanftere Wege in den Tod. (Weiterhin: Alles mit Sarah Jessica Parker.) Vermutlich habe ich noch mehr unausgesprochene Standards, aber das Muster sollte klar geworden sein. Wem das nicht passt, soll sich in sein Smurfhole smurfen.

Noch nicht berücksichtigt, aber erwartungsbehaftet:

The Artist

Silent Movie returns.

Hugo

Scorsese.

The Girl With The Dragon Tattoo

Ja ja, US-Remakes, buuuuuh. Dieses ist vom Perfektionisten Fincher. Außerdem:

A Dangerous Method

Cronenberg.

2010 Leftovers

Von 2010, aber 2011 erst gesehen:

True Grit

Coens. Western.

Black Swan

Aronofsky. Portman. Leute, die immer noch glauben, es handelte sich um einen ‘Tanzfilm’. (Idioten)

Never Let Me Go

*seufz*

Tucker & Dale vs Evil

Horror-Comedy. Gibt nur wenige gute davon.

Four Lions

Terror-Comedy. Gibt nur diese eine.

Super

Ungewöhnlich, Fun, traurig, Riesenklöten.

Akmareul Boatda (I Saw The Devil)

Schmerzhaft überlegen.

Gut, dass das geklärt ist. Kommen wir zum Hauptgang. Letztes Jahr hatte ich elf Einträge, bleiben wir also dabei.

11. Cowboys & Aliens

Aliens in my western? That’s unheard of!

10. Insidious

Ein mieses Jahr für Horror. Da sticht James Wans Hommage an den Spuk umso mehr heraus.

09. 50/50

Cancer-Com ohne falschen Schmus.

08. Attack The Block

Blackest aliens ever.

07. Super 8

Wenn Stevie nich will, dreht Abrams halt Spielberg-Filme. Find ich gut.

06. The Guard

Sehr irisch, lässig und pausenlos witzig.

05. Melancholia

Melancholiker sind die besseren Menschen. So sad, so very, very sad.

04. Warrior

Grandiose Prügeloper mit Allround-Supermann Tom Hardy.

03. Midnight In Paris

“Oh hai, Mr. Hemingway.” Woody endlich wieder auf dem Gipfel.

02. La Piel Que Habito (The Skin I Live In)

Perfektion vom Altmeister.

01. Drive

80er-Noir-Throwback, schön, schlau, minimalistisch. Cast, Soundtrack und Regie vom Feinsten. Plus: Beste Fahrstuhlszene ever.

Extra Short Review: Kill The Irishman, Akmareul Boatda, 50/50, La Piel Que Habito, Killer Elite

Januar 10th, 2012

Kill The Irishman

Based on facts, whatever. Kill The Irishman ist kaum mehr als eine ‘Szenen aus dem Leben’-Montage, der es stark an Plot mangelt, und sich als Goodfellas aufspielt. Pfffft. Sturer Ire legt sich mit der Mafia an und zwar so oft und herausfordernd, dass es ihm schließlich *SPOILER ALERT* an den Kragen geht. Whodathunkit? Dann wird am Ende so getan, als hätte das irgendeine größere Relevanz für irgendwas gehabt, abgesehen von Lokalfolklore. Lässt man sich nicht von diesem reingeklatschten irischen ‘Celtic Warrior’-Bullshit bullshitten, bleibt nicht mehr viel Substanz übrig. Schade um die schönen Darsteller. Keine Ahnung, wie Danny Greene wirklich war, aber was ich hier sehe, ist jemand, der unerschrocken alles mit dem Holzhammer regelt und mehr Glück als Verstand hat. That don’t impress me much.

Wertung: 7 von 10 car bombs

Akmareul Boatda (I Saw The Devil)

Südkoreas Kim Ji-woon filmt sich lustvoll durch alle Genres und hat sich mit Hingabe und Professionalität schnell einen hohen Status erarbeitet. Völlig zu recht, wie man spätestens hier sehen kann. Sein letzter Film ist ein einziger kurzweiliger Showdown, skrupellos und düster, ein brutalst grandioses Meisterstück.

Wertung: 9 von 10 Guillotinen

50/50

“I’ve hated you for months, and now I have fuckin’ evidence that you suck as a person!”

François Truffaut hat mal gesagt, Roberto Rossellini habe mal gesagt, man müsse für einen lebensnahen Film nichts erfinden, sondern sollte Konflikte sich schlicht aus den Fakten heraus entwickeln lassen. Autor Will Reiser verarbeitet für 50/50 in höchstem Maße seine eigenen Erfahrungen und Seth Rogen spielt darin gewissermaßen sich selbst. (Es ist nicht zuletzt ein Film über Freundschaft.) Das ist selbstverständlich nicht ohne Dramatisierungen, aber auch sehr weit entfernt vom Standard. Die Figurenhandlungen wirken stets natürlich und ehrlich; die Tragik sowie der Humor kommen ungezwungen und wahrhaftig. Eine Leistung des Skripts genau so wie der Darsteller. Der bei mir immer gern gesehene Joseph Gordon-Levitt ist ebenso sympathisch wie die von mir immer außerordentlich gern gesehene Anna Kendrick. Daher braucht es auch keinerlei Bullshit und Kniffe, um echte Empathie zu erzeugen.

Wertung: 9 von 10 Jesus-looking motherfuckers

La Piel Que Habito (The Skin I Live In)

Almodovar enttäuscht nicht nur nicht, sondern setzt noch mal einen drauf und mutiert zum zeitgenössischen Hitchcock, Almodovar-Style. Und das ist großartig, schaurig, faszinierend, überraschend und exzellent komponiert. Perfekt!

Wertung: 10 von 10 operating theatres

Killer Elite

-You can call me MFWIC.
-MFWIC?
-Mother Fucker What’s In Charge.

Man muss ja heuer für jeden Film mit De Niro dankbar sein, der mit dem Anblick seiner Genitalien verschont und/oder nicht zum Dauerfremdschämen einlädt. Killer Elite sollte mir eigentlich viel besser gefallen haben, als er’s hat. 80er-Setting, Cast, Suspense-Äktschn-Melange, Schauplätze, alles gut. Die paar käsigen Momente werden von coolen Momenten aufgewogen. Optik passt auch, wenn man das stellenweise miese Editing verzeihen will. Dennoch: Alles nicht so aufregend wie es sein sollte.

Wertung: 7,5 von 10 ragheads